Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 10 vom 27. Febru­ar 2020

Regu­lä­re Anpas­sung der Ren­ten im Bei­tritts­ge­biet an das Westniveau

Urteil vom 3.12.2018 X R 12/18

Die zusam­men mit der „nor­ma­len“ Erhö­hung der Ren­ten erfol­gen­de Anglei­chung der Ren­ten im Bei­tritts­ge­biet an das West­ni­veau stellt eine regel­mä­ßi­ge Ren­ten­an­pas­sung im Sin­ne des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. aa Satz 7 EStG dar. Sie kann daher nicht zu einer Neu­be­rech­nung des steu­er­frei­en Teils der Alters­ren­te (sog. Ren­ten­frei­be­trag) füh­ren. Dar­in liegt kei­ne ver­fas­sungs­wid­ri­ge Ungleich­be­hand­lung zwi­schen den in den neu­en Bun­des­län­dern gezahl­ten Alters­ren­ten und den Alters­ren­ten aus dem übri­gen Bun­des­ge­biet. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 03.12.2019 – X R 12/18 entschieden. 

Im Streit­fall bezo­gen der Klä­ger und sei­ne ver­stor­be­ne Ehe­frau Alters­ren­ten aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, berech­net nach dem aktu­el­len Ren­ten­wert (Ost). Der Klä­ger war der Ansicht, dass die Anpas­sung des all­ge­mei­nen Ren­ten­wer­tes (Ost) an das West­ni­veau zu einer Erhö­hung des Ren­ten­frei­be­tra­ges füh­ren müs­se, da er ansons­ten zu nied­rig sei. Sowohl das Finanz­amt als Finanz­ge­richt lehn­ten dies ab. 

Der BFH sah das eben­so. Er wies dar­auf hin, dass regu­lä­re Ren­ten­er­hö­hun­gen nach dem aus­drück­li­chen Wil­len des Gesetz­ge­bers nicht zu einer Erhö­hung des Ren­ten­frei­be­trags füh­ren. Dies gel­te nicht nur für die „nor­ma­len“ jähr­li­chen Ren­ten­er­hö­hun­gen, son­dern auch für die Anpas­sung der in den neu­en Bun­des­län­dern gezahl­ten Ren­ten an das West­ni­veau. In bei­den Fäl­len kom­me den regu­lä­ren Ren­ten­er­hö­hun­gen die sozia­le Funk­ti­on zu, die Stel­lung des Rent­ners im jewei­li­gen Lohn­ge­fü­ge zu erhal­ten und fort­zu­schrei­ben. Sie dyna­mi­sier­ten ähn­lich einer Wert­si­che­rungs­klau­sel ledig­lich die Wert­hal­tig­keit die­ser Ren­ten, im Fall der Anpas­sung des aktu­el­len Ren­ten­wer­tes (Ost) bezo­gen auf das Lohn­ge­fü­ge des Beitrittsgebietes. 

sie­he auch: Urteil des X. Senats vom 3.12.2019 — X R 12/18 -

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