, Beschluss vom 08.08.2019

Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 49 vom 08. August 2019

Kei­ne Rück­stel­lung für Auf­be­wah­rungs­kos­ten von Man­dan­ten­da­ten im DATEV-Rechen­zen­trum
Urteil vom 13.2.2019 XI R 42/17

Die Kos­ten einer 10-jäh­ri­gen Auf­be­wah­rung von Man­dan­ten­da­ten und Hand­ak­ten im DATEV-Rechen­zen­trum sind bei einer Wirt­schafts­prü­fungs- und Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft nicht rück­stel­lungs­fä­hig. Nach dem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 13. Febru­ar 2019 XI R 42/17 fehlt es an einer öffent­lich-recht­li­chen wie auch an einer zivil­recht­li­chen Ver­pflich­tung zur Daten­auf­be­wah­rung.

Die kla­gen­de GmbH hat­te in ihrem Jah­res­ab­schluss zum 31. Dezem­ber 2010 eine Rück­stel­lung für Auf­be­wah­rungs­ver­pflich­tun­gen ange­setzt. Die­se bezo­gen sich auf Auf­wen­dun­gen im Zusam­men­hang mit der Auf­be­wah­rung von sog. Man­dan­ten­da­ten im DATEV-Rechen­zen­trum. Für die „Man­dan­ten­da­ten­ar­chi­vie­rung“ leg­te sie je Man­dant das pau­schal an die DATEV eG zu zah­len­de Ent­gelt zugrun­de. Bei der Ermitt­lung berück­sich­tig­te sie Abschlä­ge für Man­dan­ten, die ihre Daten auf einer Spei­cher-DVD sichern lie­ßen, wie auch für Man­dats­be­en­di­gun­gen inner­halb des 10-jäh­ri­gen Auf­be­wah­rungs­zeit­raums. Die Klä­ge­rin mach­te gel­tend, dass die zu zah­len­den Beträ­ge mit den Man­dan­ten­ho­no­ra­ren für die lau­fen­de Buch­füh­rung oder für die Erstel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses abge­gol­ten sei­en. Sie könn­ten nach der Steu­er­be­ra­ter­ver­gü­tungs­ver­ord­nung nicht geson­dert berech­net wer­den.

Der BFH folg­te dem –eben­so wie das zuvor ange­ru­fe­ne Finanz­ge­richt (FG)– nicht. Nach dem Urteil des BFH ist eine Rück­stel­lung für eine unge­wis­se Ver­bind­lich­keit nicht ein­kom­mens­min­dernd anzu­set­zen. Für sog. Arbeits­er­geb­nis­se, die die Klä­ge­rin im Rah­men ihrer ver­trag­li­chen Ver­pflich­tung als Steu­er­be­ra­te­rin erstellt hat und die mit der Bezah­lung der dafür ver­ein­bar­ten Ver­gü­tung Eigen­tum des jewei­li­gen Man­dan­ten gewor­den sind, folgt aus § 66 des Steu­er­be­ra­tungs­ge­set­zes kei­ne (öffent­lich-recht­li­che) Ver­pflich­tung zur Auf­be­wah­rung durch den Berufs­trä­ger. Soll­te die Klä­ge­rin eine öffent­lich-recht­li­che Ver­pflich­tung des jewei­li­gen Man­dan­ten erfüllt haben, erlaubt auch dies kei­ne Rück­stel­lungs­bil­dung. Dar­über hin­aus hat­te sich die Klä­ge­rin nach den Fest­stel­lun­gen des FG auch nicht zivil­recht­lich gegen­über ihren Man­dan­ten zur Auf­be­wah­rung ver­pflich­tet.

Das Urteil des BFH berührt die Fra­ge der Abzugs­fä­hig­keit der Archi­vie­rungs­auf­wen­dun­gen als Betriebs­aus­ga­ben nicht. Der BFH ver­sagt viel­mehr die Mög­lich­keit, die Auf­wen­dun­gen in einem Betrag (als Sum­me eines 10 Jah­re betref­fen­den Auf­wands) über den Weg der Rück­stel­lung wegen einer unge­wis­sen Ver­bind­lich­keit sofort ein­kom­mens­min­dernd gel­tend zu machen.

sie­he auch: Urteil des XI. Senats vom 13.2.2019 — XI R 42/17 -

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