(Kiel) Ist ein Rechts­an­walt bera­tend für Unter­neh­mer aus ande­ren EU-Mit­glied­staa­ten tätig, muss er dem Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern Zusam­men­fas­sen­de Mel­dun­gen über­mit­teln, in denen die Umsatz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer (USt-IdNr) jedes Leis­tungs­emp­fän­gers anzu­ge­ben ist.

Wie der Bun­des­fi­nanz­hof soeben ent­schie­den hat, dür­fen Rechts­an­wäl­te die Abga­be die­ser Mel­dun­gen mit den dar­in gefor­der­ten Anga­ben nicht unter Beru­fung auf ihre anwalt­li­che Schwei­ge­pflicht ver­wei­gern.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb-, Steu­er- sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Prä­si­dent des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 29.11.2017 zu sei­nem Urteil vom 27. Sep­tem­ber 2017 —  XI R 15  / 15.

Im Urteils­fall erbrach­te die Klä­ge­rin, eine Rechts­an­walts­ge­sell­schaft, Leis­tun­gen aus anwalt­li­cher Tätig­keit an Unter­neh­mer, die in ande­ren Mit­glied­staa­ten der EU ansäs­sig sind. Der Ort der Leis­tun­gen lag somit nicht im Inland. Zudem waren die Leis­tungs­emp­fän­ger in ihrem Ansäs­sig­keits­staat Steu­er­schuld­ner für die von der Klä­ge­rin bezo­ge­nen Leis­tun­gen. Dem­entspre­chend erteil­te die Klä­ge­rin Rech­nun­gen ohne deut­sche Umsatz­steu­er. Die dann erfor­der­li­che Abga­be der Zusam­men­fas­sen­den Mel­dung mit Anga­be der USt-IdNrn ihrer Man­dan­ten ver­wei­ger­te die Rechts­an­walts­ge­sell­schaft aller­dings unter Beru­fung auf die anwalt­li­che Schwei­ge­pflicht.

Der BFH folg­te dem nicht. Zwar ste­he Rechts­an­wäl­ten im Besteue­rungs­ver­fah­ren gemäß § 102 der Abga­ben­ord­nung ein Aus­kunfts­ver­wei­ge­rungs­recht zu, das sowohl die Iden­ti­tät des Man­dan­ten als auch die Tat­sa­che sei­ner Bera­tung umfas­se. Aller­dings hät­ten die im EU-Aus­land ansäs­si­gen Man­dan­ten durch die Mit­tei­lung der USt-IdNr gegen­über der Klä­ge­rin in deren Offen­le­gung in Zusam­men­fas­sen­den Mel­dun­gen ein­ge­wil­ligt. Dies erge­be sich aus dem EU-weit har­mo­ni­sier­ten –und daher auch aus­län­di­schen Unter­neh­mern als Leis­tungs­emp­fän­gern bekann­ten– Sys­tem der Besteue­rung inner­ge­mein­schaft­li­cher Dienst­leis­tun­gen. Ob § 18a des Umsatz­steu­er­ge­set­zes nicht ohne­hin die anwalt­li­che Schwei­ge­pflicht zuläs­si­ger­wei­se ein­schränkt, konn­te des­halb offen­blei­ben.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wozu er u. a.  auch auf den DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. – www.duv-verband.de – ver­wies.

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