(Kiel) Ver­wer­tet der bei der Real­tei­lung einer Sozie­tät aus­schei­den­de Sozi­us den ihm im Rah­men der Real­tei­lung zuge­wie­se­nen und zum gemei­nen Wert ent­nom­me­nen Man­dan­ten­stamm dadurch, dass er die­sen in eine Nach­fol­ge­ge­sell­schaft ein­legt und anschlie­ßend auch aus die­ser gegen Ab-fin­dung aus­schei­det, liegt nach einem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs kein tarif­be­güns­tig­ter Auf­ga­be­ge­winn vor.

Denn es wer­den dann nicht bereits mit der Real­tei­lung der Sozie­tät die wesent­li­chen ver­mö­gens­mä­ßi­gen Grund­la­gen der bis­he­ri­gen frei­be­ruf­li­chen Tätig­keit auf­ge­ge­ben.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Pres­se­mit­te­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 11.07.2019 zu sei­nem Urteil vom 15. Janu­ar 2019 — VIII R 24  /15.

Der Klä­ger war Gesell­schaf­ter einer Rechts­an­walts­so­zie­tät, die in meh­re­ren Groß­städ­ten Stand­or­te unter­hal­ten hat­te. Die Sozie­tät wur­de im Jahr 2001 durch Real­tei­lung auf­ge­löst, was zu einer Betriebs­auf­ga­be führ­te. Ihr Ver­mö­gen wur­de auf Nach­fol­ge­ge­sell­schaf­ten, die die Part­ner der ein­zel­nen Stand­or­te gegrün­det hat­ten, über­tra­gen. Auch der Klä­ger wur­de zunächst Gesell­schaf­ter einer sol­chen Nach­fol­ge­ge­sell­schaft, schied jedoch unmit­tel­bar nach deren Grün­dung gegen Zah­lung einer Abfin­dung aus die­ser Gesell­schaft aus. Er war der Mei­nung, der im Zusam­men­hang mit der Auf­lö­sung der Sozie­tät ent­stan­de­ne antei­li­ge Auf­ga­be­ge­winn sei tarif­be­güns­tigt zu besteu­ern, da er wirt­schaft­lich betrach­tet aus der Sozie­tät aus­ge­schie­den sei. Dane­ben habe er auf Ebe­ne der Nach­fol­ge­ge­sell­schaft einen Ver­äu­ße­rungs­ver­lust erlit­ten.

Der VIII. Senat des BFH gewähr­te dem Klä­ger die strei­ti­ge Tarif­be­güns­ti­gung gem. §§ 18 Abs. 3, 16 Abs. 4, 34 Abs. 2 Nr. 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes für den antei­li­gen Auf­ga­be­ge­winn aus der Sozie­tät nicht. Die Tarif­be­güns­ti­gung set­ze im Fall einer Betriebs­auf­ga­be durch Real­tei­lung vor­aus, dass die antei­li­gen ver­mö­gens­mä­ßi­gen Grund­la­gen der frei­be­ruf­li­chen Tätig­keit des Real­tei­lers in der Sozie­tät auf­ge­ge­ben wer­den. Hier­an feh­le es, wenn der Klä­ger die wesent­li­chen ver­mö­gens­mä­ßi­gen Grund­la­gen sei­ner beruf­li­chen Tätig­keit in der Sozie­tät in Gestalt des antei­li­gen Man­dan­ten­stamms erst mit sei­nem Aus­schei­den aus der Nach­fol­ge­ge­sell­schaft end­gül­tig aus der Hand gebe.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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