(Kiel) Der hat Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für die Besei­ti­gung von durch einen Biber ver­ur­sach­ter und zum Schutz vor wei­te­rer Schä­den nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen i.S. des § 33 EStG abzugs­fä­hig sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unte Hin­weis auf die die Mit­tei­lung des BFH zu sei­nem Urteil vom 01.10.2020 – VI R 42/18.

Die Klä­ger bewoh­nen ein Ein­fa­mi­li­en­haus, des­sen Gar­ten an ein natür­li­ches Gewäs­ser angrenzt, in dem sich in den letz­ten Jah­ren ‑sehr zur Freu­de der Natur­schüt­zer- der in Deutsch­land fast aus­ge­stor­be­ne Biber wie­der ange­sie­delt hat. Die­se Freu­de konn­ten die Klä­ger nur bedingt tei­len, da die Biber auf ihrem Grund­stück erheb­li­che Schä­den anrich­te­ten. So senk­te sich durch die Anla­ge des Biber­baus nicht nur ein Teil der Rasen­flä­che ab, betrof­fen war auch die Ter­ras­se, die auf ca. 8 m Län­ge zu einem Drit­tel absack­te. Dem stan­den die Klä­ger rela­tiv macht­los gegen­über, da die Biber unter stren­gem Natur­schutz ste­hen und daher weder bejagt noch ver­grämt wer­den dür­fen. Im Ein­ver­neh­men mit der Natur­schutz­be­hör­de  lie­ßen die Klä­ger schließ­lich  eine „Biber­sper­re“ errich­ten. Deren Kos­ten und die Kos­ten für die Besei­ti­gung der Biber­schä­den an Ter­ras­se und Gar­ten von ins­ge­samt rund 4.000 € mach­ten die Klä­ger als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung geltend.

Eben­so wie zuvor bereits das Finanz­ge­richt lehn­te der BFH einen Abzug der Auf­wen­dun­gen als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung ab.

Wild­tier­schä­den bzw. Schutz­maß­nah­men zur Ver­mei­dung sol­cher sei­en kei­nes­wegs unüb­lich und nicht mit ande­ren unge­wöhn­li­chen Scha­dens­er­eig­nis­sen i.S. des § 33 EStG (wie z.B. Brand oder Hoch­was­ser) ver­gleich­bar. Mit einem ent­stan­de­nen oder dro­hen­den Wild­tier­scha­den in Zusam­men­hang ste­hen­de Auf­wen­dun­gen erlaub­ten des­halb auch dann kei­ne Berück­sich­ti­gung als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen, wenn mit den Maß­nah­men kon­kre­te, von einem Gegen­stand des exis­tenz­not­wen­di­gen Bedarfs (wie etwa dem eige­nen Ein­fa­mi­li­en­haus) aus­ge­hen­de Gesund­heits­ge­fah­ren besei­tigt bzw. ver­mie­den wür­den. Es sei nicht Auf­ga­be des Steu­er­rechts, für einen Aus­gleich von durch Wild­tie­re ver­ur­sach­ter Schä­den bzw. für die zur Ver­mei­dung sol­cher Schä­den not­wen­di­gen Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men über eine ent­spre­chen­de Abzugs­mög­lich­keit nach § 33 EStG Sor­ge zu tra­gen. Es oblie­ge viel­mehr dem Natur­schutz­recht etwa durch Errich­tung ent­spre­chen­der Fonds- für einen Scha­dens­aus­gleich bzw. Prä­ven­ti­ons­schutz zu sorgen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – verwies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Verfügung:

Jörg Pas­sau
Steuerberater
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vorstandsmitglied
Pas­sau, Nie­mey­er & Collegen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de