Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 15 vom 14. März 2018

Ein­lö­sung von Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen ist nicht steu­er­bar

Urteil vom 6.2.2018 IX R 3317

Die Ein­lö­sung von Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen, die dem Inha­ber ein Recht auf die Aus­lie­fe­rung von Gold gewäh­ren, unter­liegt nicht der Ein­kom­men­steu­er. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 6. Febru­ar 2018 IX R 3317 ent­schie­den.

Bei Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen han­delt es sich um bör­sen­fä­hi­ge Wert­pa­pie­re. Die­se gewäh­ren dem Inha­ber das Recht auf Aus­lie­fe­rung eines Gramms Gold, das jeder­zeit unter Ein­hal­tung einer Lie­fer­frist von zehn Tagen gegen­über der Bank gel­tend gemacht wer­den kann. Dane­ben besteht die Mög­lich­keit, die Wert­pa­pie­re an der Bör­se zu han­deln. Zur Besi­che­rung und Erfüll­bar­keit der Aus­lie­fe­rungs­an­sprü­che war die Inha­ber­schuld­ver­schrei­bung jeder­zeit durch phy­sisch ein­ge­la­ger­tes Gold zu min­des­tens 95 % gedeckt.

Die Klä­ger erwar­ben Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen und lie­ßen sich das ver­brief­te Gold inner­halb eines Jah­res nach dem Erwerb phy­sisch aus­hän­di­gen. Das Finanz­amt (FA) besteu­er­te die Wert­stei­ge­rung im Zeit­raum zwi­schen dem Erwerb der Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen und der Aus­lie­fe­rung des phy­si­schen Gol­des als Ein­künf­te aus pri­va­ten Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­ten i.S. von § 22 Nr. 2, § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG). Die dage­gen erho­be­ne Kla­ge war vor dem Finanz­ge­richt erfolg­reich.

Der BFH hat die Revi­si­on des FA als unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen.

Nach dem Urteil des BFH haben die Klä­ger durch die inner­halb eines Jah­res nach dem Erwerb der Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen erfolg­te Ein­lö­sung mit Aus­lie­fe­rung des phy­si­schen Gol­des kei­ne Ver­äu­ße­rung i.S. des § 22 Nr. 2 EStG i.V.m. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG ver­wirk­licht. Es fehlt an der ent­gelt­li­chen Über­tra­gung der ange­schaff­ten Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen, weil die Klä­ger ledig­lich ihren ver­brief­ten Anspruch auf Lie­fe­rung des Gol­des ein­ge­löst und gegen Rück­ga­be der Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen ihr Gold emp­fan­gen haben. Hier­durch habe sich ihre wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit nicht gestei­gert, da sie auch danach das Risi­ko eines fal­len­den Gold­prei­ses tru­gen. Das aus­ge­lie­fer­te Gold befand sich im Eigen­tum der Klä­ger und wur­de in ihrem Bank­de­pot ver­wahrt. Eine Ver­äu­ße­rung des gelie­fer­ten Gol­des habe nicht statt­ge­fun­den.

Die zwi­schen dem Erwerb der Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen und der Aus­lie­fe­rung phy­si­schen Gol­des ein­ge­tre­te­nen Wert­stei­ge­run­gen führ­ten auch nicht zu steu­er­ba­ren Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen, da die Schuld­ver­schrei­bun­gen kei­ne Kapi­tal­for­de­run­gen ver­brief­ten, son­dern Ansprü­che auf die Lie­fe­rung phy­si­schen Gol­des.

Nicht zu ent­schei­den hat­te der BFH Im Streit­fall über die Ver­äu­ße­rung oder Ver­wer­tung der Xetra-Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen an der Bör­se oder an ande­re Erwer­ber.

sie­he auch: Urteil des IX. Senats vom 6.2.2018 — IX R 3317 -

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