(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass Mit­glieds­bei­trä­ge an Ver­ei­ne, die in ers­ter Linie der Frei­zeit­ge­stal­tung die­nen, nicht bei der Ein­kom­men­steu­er abge­zo­gen wer­den können.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 22.12.2022 zu sei­nem Urteil vom 28.09.2022 — X R 7/21.

Im Grund­satz kön­nen sowohl Spen­den als auch Mit­glieds­bei­trä­ge als Son­der­aus­ga­ben gel­tend gemacht wer­den. Eine gesetz­li­che Son­der­re­ge­lung (§ 10b Abs. 1 Satz 8 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes) schließt jedoch u.a. bei Ver­ei­nen den Abzug von Mit­glieds­bei­trä­gen aus, die kul­tu­rel­le Betä­ti­gun­gen för­dern, die in ers­ter Linie der Frei­zeit­ge­stal­tung die­nen. Das­sel­be gilt z.B. für Sport­ver­ei­ne. Spen­den an sol­che Ver­ei­ne blei­ben hin­ge­gen abziehbar.

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Fall ging es um einen gemein­nüt­zi­gen Ver­ein, der ein Blas­or­ches­ter für Erwach­se­ne und eines für Jugend­li­che unter­hält. Das Finanz­amt ver­trat die Auf­fas­sung, der Klä­ger dür­fe kei­ne Zuwen­dungs­be­stä­ti­gun­gen („Spen­den­be­schei­ni­gun­gen“) für Mit­glieds­bei­trä­ge aus­stel­len. Das von dem Ver­ein erst­in­stanz­lich ange­ru­fe­ne Finanz­ge­richt (FG) Köln gab der Kla­ge hin­ge­gen statt. Es hielt die dar­ge­stell­te gesetz­li­che Ein­schrän­kung für Mit­glieds­bei­trä­ge nicht für anwend­bar, weil der Ver­ein nicht nur die Frei­zeit­ge­stal­tung, son­dern auch die Erzie­hung und Aus­bil­dung Jugend­li­cher fördere.

Der BFH ist dem­ge­gen­über der Ansicht der Finanz­ver­wal­tung gefolgt und hat das Urteil des FG Köln aufgehoben.

Nach dem kla­ren Wort­laut der gesetz­li­chen Rege­lung sind Mit­glieds­be­trä­ge schon dann nicht abzieh­bar, wenn der Ver­ein auch kul­tu­rel­le Betä­ti­gun­gen för­dert, die in ers­ter Linie der Frei­zeit­ge­stal­tung die­nen. In einem sol­chen Fall kommt es nicht mehr dar­auf an, ob der Ver­ein dane­ben auch noch ande­re Zwe­cke för­dert. Glei­ches folgt aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Norm sowie aus ihrem Zweck. Damit kam es nicht dar­auf an, dass der kla­gen­de Ver­ein –wovon das FG aus­ge­gan­gen war– neben den Frei­zeit­be­tä­ti­gun­gen noch ande­re Zwe­cke fördert.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – verwies.

 

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