(Kiel) Wer ein Grund­stück mit auf­ste­hen­der Weih­nachts­baum­kul­tur erwirbt, hat für den Teil des Kauf­prei­ses, der auf die Bäu­me ent­fällt, kei­ne Grund­er­werb­steu­er (GrESt) zu entrichten.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 11.08.2022 zu sei­nem Urteil vom 23.02.2022 – II R 45/19.

Im Streit­fall erwarb der Klä­ger Grund­be­sitz mit ange­pflanz­ten Weih­nachts­bäu­men, die zu gege­be­ner Zeit gefällt wer­den soll­ten. Die Gegen­leis­tung für den Auf­wuchs war im Ver­trag geson­dert aus­ge­wie­sen. Das Finanz­amt setz­te für den gesam­ten Kauf­preis GrESt fest. Die Kla­ge hat­te Erfolg. Das Finanz­ge­richt (FG) hielt die Bäu­me für sog. Schein­be­stand­tei­le und bezog den ent­spre­chen­den Kauf­preis­an­teil nicht in die Bemes­sungs­grund­la­ge der GrESt ein.

Der BFH hat das Urteil des FG bestä­tigt. Zwar gehö­ren alle Leis­tun­gen des Erwer­bers für das „Grund­stück“ zur Bemes­sungs­grund­la­ge. Der Grund­stücks­be­griff umfasst auch des­sen wesent­li­che Bestand­tei­le, näm­lich die mit dem Grund und Boden fest ver­bun­de­nen Sachen. Dazu zäh­len grund­sätz­lich auch auf­ste­hen­de Gehöl­ze. Kei­ne wesent­li­chen Bestand­tei­le eines Grund­stücks sind jedoch die sog. Schein­be­stand­tei­le, die nur zu einem vor­über­ge­hen­den Zweck mit dem Grund und Boden ver­bun­den und von Anfang an dazu bestimmt sind, wie­der von dem Grund­stück ent­fernt zu wer­den. Bei Gehöl­zen kommt es auf die Zweck­be­stim­mung bei Aus­saat oder Pflan­zung an. Unschäd­lich ist es, wenn eine lan­ge Ver­weil­dau­er zu erwar­ten ist oder das Gehölz bei Ent­fer­nung als leben­der Orga­nis­mus zer­stört wird.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – verwies.

 

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Jörg Pas­sau

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