Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 25 vom 02. Mai 2019

Num­mer der Rech­nung” als for­mel­le Vor­aus­set­zung eines Vor­steu­er­ver­gü­tungs­an­trags

Beschluss vom 13.2.2019 XI R 13/17

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat Zwei­fel, wel­che Anga­ben des in einem ande­ren Mit­glied­staat ansäs­si­gen Steu­er­pflich­ti­gen zur Bezeich­nung der “Num­mer der Rech­nung” in einem Vor­steu­er­ver­gü­tungs­an­trag erfor­der­lich sind. Er hat mit Beschluss vom 13. Febru­ar 2019 XI R 13/17 den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) inso­weit um Klä­rung gebe­ten.

Im Streit­fall wur­de der Ver­gü­tungs­an­trag der in Öster­reich ansäs­si­gen Klä­ge­rin (einer Spe­di­ti­on) dem Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt) über das von der öster­rei­chi­schen Finanz­ver­wal­tung ein­ge­rich­te­te Por­tal elek­tro­nisch über­mit­telt. Dem Antrag lagen Rech­nun­gen über die Lie­fe­rung von Kraft­stof­fen, aus denen die Klä­ge­rin den Vor­steu­er­ab­zug gel­tend macht, zugrun­de. In der amt­li­chen Anla­ge zum Antrag ist zu den Rech­nun­gen in der Spal­te “Beleg Nr.” nicht die in der jewei­li­gen Rech­nung auf­ge­führ­te Rech­nungs­num­mer, son­dern eine wei­te­re, jeweils in der Rech­nung aus­ge­wie­se­ne und in der Buch­hal­tung der Klä­ge­rin erfass­te Refe­renz­num­mer ein­ge­tra­gen. Das BZSt lehn­te die Vor­steu­er­ver­gü­tung ab, weil der Antrag den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen nicht ent­spro­chen habe.

Nach Art. 171 Abs. 1 der Richt­li­nie 2006/112/EG des Rates vom 28. Novem­ber 2006 über das gemein­sa­me Mehr­wert­steu­er­sys­tem in Ver­bin­dung mit Art. 7 der Richt­li­nie 2008/9/EG muss der nicht im Mit­glied­staat der Erstat­tung ansäs­si­ge Steu­er­pflich­ti­ge einen elek­tro­ni­schen Erstat­tungs­an­trag ein­rei­chen und hier­bei für jede Rech­nung u.a. Anga­ben zu Datum und Num­mer machen. Der Erstat­tungs­an­trag muss dem Mit­glied­staat, in dem der Steu­er­pflich­ti­ge ansäs­sig ist, spä­tes­tens am 30. Sep­tem­ber des auf den Erstat­tungs­zeit­raum fol­gen­den Kalen­der­jah­res vor­lie­gen, wobei der Antrag nur dann als vor­ge­legt gilt, wenn der Antrag­stel­ler u.a. alle in Art. 8 gefor­der­ten Anga­ben gemacht hat (Art. 8 Abs. 2 Buchst. d bzw. Art. 15 Abs. 1 der Richt­li­nie 2008/9/EG).

Der BFH ver­tritt in dem Vor­la­ge­be­schluss die Auf­fas­sung, die Anga­be der Refe­renz­num­mer ermög­li­che eine ein­deu­ti­ge Zuord­nung der Rech­nun­gen. Der frist­ge­mäß beim BZSt ein­ge­gan­ge­ne Antrag sei allen­falls unrich­tig, jeden­falls nicht unvoll­stän­dig und damit nicht unwirk­sam. Soweit die Klä­ge­rin nach Ablauf der Antrags­frist eine Zuord­nung der Refe­renz­num­mern zu der jewei­li­gen Rech­nungs­num­mer vor­ge­nom­men hat, han­de­le es sich um eine unab­hän­gig von der Antrags­frist mög­li­che Ergän­zung der Anga­ben.

Mit dem Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen des BFH soll ins­be­son­de­re geklärt wer­den, ob Art. 8 Abs. 2 Buchst. d der Richt­li­nie 2008/9/EG dahin­ge­hend aus­zu­le­gen ist, dass auch die Anga­be der Refe­renz­num­mer einer Rech­nung, die als zusätz­li­ches Ord­nungs­kri­te­ri­um neben der Rech­nungs­num­mer aus­ge­wie­sen ist, genügt.

sie­he auch: Beschluss (EuGH-Vor­la­ge) des XI. Senats vom 13.2.2019 — XI R 13/17 -

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