(Kiel) Der VI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für den behin­der­ten­ge­rech­ten Umbau einer Motor­yacht dem Steu­er­pflich­ti­gen nicht zwangs­läu­fig erwach­sen und des­halb nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung i.S. des § 33 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) zu berück­sich­ti­gen sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 15.07.2015 zu sei­nem Beschluss vom 2.06.2015 – VI R 3014.

Der Klä­ger ist auf­grund eines Auto­un­falls quer­schnitts­ge­lähmt und auf einen Roll­stuhl ange­wie­sen (Grad der Behin­de­rung 100). Im Jahr 2008 erwarb er eine Motor­yacht, die er im Streit­jahr 2011 roll­stuhl­ge­recht umbau­en ließ. Hier­für ent­stan­den ihm Kos­ten in Höhe von ca. 37.000 €, die er in sei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ver­geb­lich als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung gemäß § 33 EStG gel­tend mach­te. Die Kla­ge vor dem Finanz­ge­richt (FG) blieb eben­so wie jetzt die Revi­si­on erfolg­los.

Der BFH war der Auf­fas­sung, das FG habe die Auf­wen­dun­gen zu Recht nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung berück­sich­tigt. Nach § 33 EStG sei­en nur zwangs­läu­fi­ge Mehr­auf­wen­dun­gen für den exis­tenz­not­wen­di­gen Grund­be­darf abzugs­fä­hig. Auf­wen­dun­gen für die Anschaf­fung und den Unter­halt einer Motor­yacht zähl­ten hier­zu nicht. Der Steu­er­pflich­ti­ge sei nicht ver­pflich­tet, der­ar­ti­ge Kon­sum­auf­wen­dun­gen zu tra­gen. Sie stün­den viel­mehr in sei­nem Belie­ben. Das gel­te auch für Mehr­auf­wen­dun­gen, die erfor­der­lich sei­en, ein sol­ches Boot behin­der­ten­ge­recht umzu­ge­stal­ten. Die­se Auf­wen­dun­gen sei­en nicht vor­nehm­lich der Krank­heit oder Behin­de­rung geschul­det, son­dern –anders als die krank­heits- oder behin­der­ten­ge­rech­te Aus­ge­stal­tung des indi­vi­du­el­len (exis­ten­zi­ell wich­ti­gen) Wohn­um­felds– in ers­ter Linie Fol­ge eines frei gewähl­ten Kon­sum­ver­hal­tens.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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