(Kiel) Die Aus­gleichs- und Abzugs­be­schrän­kung für Ver­lus­te aus betrieb­li­chen Ter­min­ge­schäf­ten nach § 15 Abs. 4 Satz 3 ff. des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) ist grund­sätz­lich ver­fas­sungs­ge­mäß.

Wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 28. April 2016 – Az. IV R 2013 — ent­schie­den hat, gilt dies zumin­dest dann, wenn der­ar­ti­ge Ver­lus­te noch mit spä­te­ren Gewin­nen aus ent­spre­chen­den Geschäf­ten ver­rech­net wer­den kön­nen und es des­halb noch nicht zu einer end­gül­ti­gen Ein­kom­men­steu­er­be­las­tung kommt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 29.06.2016 zu dem Urteil..

Im Urteils­fall hat­te eine Per­so­nen­ge­sell­schaft, deren Geschäfts­zweck in ers­ter Linie die Ver­pach­tung von Grund­stü­cken war, liqui­de Mit­tel in Zins-Wäh­rungs-Swaps inves­tiert und dar­aus erheb­li­che Ver­lus­te bezo­gen. Das Finanz­amt hat­te die Fest­stel­lung getrof­fen, dass die Ver­lus­te sol­che aus Ter­min­ge­schäf­ten i.S. des § 15 Abs. 4 Satz 3 EStG sei­en. Des­halb kam es nicht zu einer Ver­rech­nung mit den im Übri­gen erziel­ten Gewin­nen. Zugleich ergab sich aus der Fest­stel­lung, dass die Ver­lus­te nur mit künf­ti­gen Gewin­nen aus Ter­min­ge­schäf­ten ver­re­chen­bar waren.

Die sich aus § 15 Abs. 4 Satz 3 ff. EStG erge­ben­de Aus­gleichs- und Abzugs­be­schrän­kung ist nach dem Urteil des BFH jeden­falls in den Fäl­len ver­fas­sungs­ge­mäß, in denen dem Steu­er­pflich­ti­gen eine ent­spre­chen­de Ver­lust­nut­zung in zukünf­ti­gen Jah­ren grund­sätz­lich noch mög­lich ist. Denn ver­fas­sungs­recht­lich ist es nicht gebo­ten, dass sich ein Ver­lust steu­er­lich schon im Ver­an­la­gungs­jahr sei­ner Ent­ste­hung aus­wir­ken muss. Auch die Schlech­ter­stel­lung betrieb­li­cher Ver­lus­te aus Ter­min­ge­schäf­ten gegen­über sons­ti­gen betrieb­li­chen Ver­lus­ten, die grund­sätz­lich in vol­lem Umfang im Ver­an­la­gungs­jahr ver­rech­net wer­den kön­nen, ist sach­lich gerecht­fer­tigt. Denn bei den von der Rege­lung betrof­fe­nen Ter­min­ge­schäf­ten han­delt es sich um hoch­spe­ku­la­ti­ve und damit beson­ders risi­ko­ge­neig­te Geschäf­te, und der Ein­tritt von Ver­lus­ten bei sol­chen Geschäf­ten ist daher deut­lich wahr­schein­li­cher als der Ein­tritt von Ver­lus­ten bei sons­ti­gen betrieb­li­chen Tätig­kei­ten. Der Gesetz­ge­ber ist berech­tigt, der­ar­ti­ge risi­ko­ge­neig­ten betrieb­li­chen Tätig­kei­ten, auch wenn sie mit Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht unter­nom­men wer­den, steu­er­lich anders zu behan­deln als sons­ti­ge betrieb­li­che Tätig­kei­ten, die nicht einen ver­gleich­bar spe­ku­la­ti­ven Cha­rak­ter haben. Ob die Aus­gleichs- und Abzugs­be­schrän­kung als ver­fas­sungs­wid­rig anzu­se­hen sein könn­te, wenn eine Ver­lust­nut­zung in spä­te­ren Jah­ren z.B. wegen einer ver­lust­be­ding­ten Ein­stel­lung des Geschäfts­be­triebs nicht mög­lich ist, war im Streit­fall nicht zu ent­schei­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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