(Kiel) Der VI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für ärzt­lich ver­ord­ne­te Arz­nei­mit­tel i.S. von § 2 des Arz­nei­mit­tel­ge­set­zes (AMG) nicht dem Abzugs­ver­bot für Diät­ver­pfle­gung nach § 33 Abs. 2 Satz 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) unter­fal­len.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 22.07.2015 zu sei­nem Urteil vom 14.04.2015 – VI R 8913.

Die Klä­ge­rin lei­det an einer chro­ni­schen Stoff­wech­sel­stö­rung. Sie nimmt aus die­sem Grund –ärzt­lich ver­ord­net– Vit­ami­ne und ande­re Mikro­nähr­stof­fe ein. Die hier­für ent­stan­de­nen Auf­wen­dun­gen mach­te sie in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ver­geb­lich als Krank­heits­kos­ten und damit als sog. außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung gemäß § 33 EStG gel­tend. Die nach erfolg­lo­sem Ein­spruch erho­be­ne Kla­ge hat das Finanz­ge­richt (FG) abge­wie­sen. Auf­wen­dun­gen für Vit­ami­ne und ande­re Mikro­nähr­stof­fe sei­en Diät­ver­pfle­gung und könn­ten des­halb nach § 33 Abs. 2 Satz 3 EStG nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung berück­sich­tigt wer­den.

Auf die Revi­si­on der Klä­ge­rin hat der BFH die Vor­ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und die Sache an das FG zurück­ver­wie­sen. Das FG habe nicht fest­ge­stellt, ob es sich bei den von der Klä­ge­rin ein­ge­nom­me­nen Prä­pa­ra­ten um Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel i.S. des § 1 der Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel­ver­ord­nung und damit um Lebens­mit­tel oder, ob es sich um Arz­nei­mit­tel i.S. des § 2 AMG han­de­le. Die erfor­der­li­chen Fest­stel­lun­gen habe es im zwei­ten Rechts­gang nach­zu­ho­len. Denn vom Abzugs­ver­bot nach § 33 Abs. 2 Satz 3 EStG wür­den nur Auf­wen­dun­gen für Diät­le­bens­mit­tel, nicht aber Arz­nei­mit­tel i.S. des § 2 AMG erfasst. Dies gel­te auch dann, wenn die Arz­nei­mit­tel im Rah­men einer Diät ein­ge­nom­men wür­den. Auf­wen­dun­gen hier­für sei­en viel­mehr als Krank­heits­kos­ten nach § 33 Abs. 1 EStG zu berück­sich­ti­gen, wenn die Ein­nah­me der Medi­ka­men­te einer Krank­heit geschul­det und die Medi­ka­ti­on durch ärzt­li­che Ver­ord­nung nach­ge­wie­sen sei.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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