(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass die Akti­en­zu­tei­lung im Rah­men eines US-ame­ri­ka­ni­schen „Spin-Off“ an pri­va­te Klein­an­le­ger nicht zu einem steu­er­pflich­ti­gen Kapi­tal­ertrag führt. § 20 Abs. 4a Satz 7 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) ist auch auf aus­län­di­sche Vor­gän­ge anwend­bar, die bei einer rechts­ver­glei­chen­den Betrach­tung der Abspal­tung nach deut­schem Recht entsprechen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unte Hin­weis auf die die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 14.10.2021 zu sei­nem Urteil vom 01.07.2021 – VIII R 9/19.

Der Klä­ger hielt Akti­en der Hew­lett-Packard Com­pa­ny (HPC), einer Kapi­tal­ge­sell­schaft nach dem Recht des US-Bun­des­staats Dela­ware. Nach­dem die HPC in Hew­lett-Packard Inc. (HPI) umbe­nannt und das Unter­neh­mens­kun­den­ge­schäft der HPI auf ihre Toch­ter­ge­sell­schaft Hew­lett-Packard Enter­pri­se Com­pa­ny (HPE) über­tra­gen wor­den war, erhiel­ten die Aktio­nä­re im Rah­men eines sog. “Spin-Off” Akti­en der HPE. Die­se buch­te die Bank des Klä­gers in des­sen Depot ein. Der Klä­ger war nun­mehr im sel­ben Ver­hält­nis an bei­den Gesell­schaf­ten betei­ligt. Das Finanz­amt (FA) behan­del­te die Akti­en­zu­tei­lung beim Klä­ger als steu­er­pflich­ti­gen Kapi­tal­ertrag. Das Finanz­ge­richt gab der hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge statt.

Der BFH bestä­tig­te die Ent­schei­dung des FG und wies die Revi­si­on des FA zurück. Eine steu­erneu­tra­le Zutei­lung von Akti­en nach § 20 Abs. 4a Satz 7 EStG sei auch bei einem US-ame­ri­ka­ni­schen “Spin-Off” mög­lich. Vor­aus­set­zung sei, dass die “wesent­li­chen Struk­tur­merk­ma­le” einer Abspal­tung i.S. des § 123 Abs. 2 des Umwand­lungs­ge­set­zes erfüllt sei­en. Die Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit gebie­te eine Erstre­ckung des § 20 Abs. 4a Satz 7 EStG auf aus­län­di­sche Vor­gän­ge. Rechts­fol­ge der Anwen­dung des § 20 Abs. 4a Satz 7 EStG sei, dass die Ein­bu­chung der auf­grund des „Spin-Off“ erhal­te­nen Akti­en im Depot des Klä­gers nicht zu einem steu­er­pflich­ti­gen Kapi­tal­ertrag füh­re. Erst im Zeit­punkt einer spä­te­ren Ver­äu­ße­rung der Akti­en der HPE bzw. HPI sei­en etwai­ge Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne zu versteuern.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – verwies.

 

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