Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 65 vom 05. Dezem­ber 2018

Umsatz­steu­er: Kein steu­er­ba­rer Leis­tungs­aus­tausch bei plat­zie­rungs­ab­hän­gi­gen Preis­gel­dern

Urteil vom 2.8.2018 V R 2116

Die Teil­nah­me an einem Pfer­de­ren­nen ist nicht umsatz­steu­er­bar, wenn dem Eigen­tü­mer der Renn­pfer­de ledig­lich ein plat­zie­rungs­ab­hän­gi­ges Preis­geld gezahlt wird. Mit Urteil vom 2. August 2018 V R 2116 hat sich der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on ange­schlos­sen, wonach die Teil­nah­me an einem Wett­be­werb (Pfer­de­ren­nen) grund­sätz­lich kei­ne gegen Ent­gelt erbrach­te Dienst­leis­tung dar­stellt. Etwas ande­res gilt ledig­lich, wenn für die Teil­nah­me ein Antritts­geld oder eine ande­re unmit­tel­ba­re Ver­gü­tung gezahlt wird.

Der Streit­fall betraf eine GmbH, deren Zweck u.a. im Kauf und Ver­kauf sowie der Aus­bil­dung von Pfer­den bestand. Sie erklär­te Umsät­ze aus Ver­kaufs­er­lö­sen und Preis­gel­dern und mach­te Vor­steu­ern aus dem Kauf von Pfer­den, eines LKW nebst Anhän­ger sowie eines Pkw gel­tend. Das Finanz­amt ver­sag­te den Abzug der gel­tend gemach­ten Vor­steu­er­be­trä­ge. Das Finanz­ge­richt (FG) wies die Kla­ge unter Hin­weis auf das Abzugs­ver­bot für Reprä­sen­ta­ti­ons­auf­wen­dun­gen ab.

Die Revi­si­on hat­te Erfolg. Der BFH hob das Urteil auf, da das FG bei sei­ner Ent­schei­dung noch von der Umsatz­steu­er­bar­keit aller Umsät­ze aus der Teil­nah­me an Pfer­de­ren­nen sowie einer hier­auf beru­hen­den Unter­neh­merstel­lung der GmbH aus­ge­gan­gen war. Im zwei­ten Rechts­gang wird das FG ins­be­son­de­re zu prü­fen haben, ob die von der GmbH erklär­ten Umsät­ze aus Pfer­de­ren­nen in vol­ler Höhe auf (nicht steu­er­ba­re) Preis­gel­der ent­fal­len oder ob dar­in auch steu­er­ba­re Antritts­gel­der ent­hal­ten sind.

Das Urteil hat über den ent­schie­de­nen Fall hin­aus Bedeu­tung für die Steu­er­bar­keit von ähn­li­chen Tätig­kei­ten, die mit unge­wis­ser Ent­gel­ter­war­tung aus­ge­übt wer­den. Dazu gehört auch die Teil­nah­me an Poker­tur­nie­ren (BFH-Urteil vom 30. August 2017 XI R 3714, BFHE 259, 175; vgl. hier­zu Pres­se­mit­tei­lung Nr. 66 vom 25. Okto­ber 2017: Kei­ne Umsatz­steu­er auf Poker­ge­win­ne).

sie­he auch: Urteil des XI. Senats vom 30.8.2017 — XI R 3714 -, Urteil des V. Senats vom 2.8.2018 — V R 2116 -, Pres­se­mit­tei­lung Nr. 6617 vom 25.10.2017

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