(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass auch dann, wenn der geschäfts­füh­ren­de Klein­ge­sell­schaf­ter sei­ner GmbH ein Dar­le­hen aus im Gesell­schafts­ver­hält­nis lie­gen­den Grün­den gewährt hat, der spä­te­re Ver­zicht dar­auf durch das Arbeits­ver­hält­nis ver­an­lasst sein kann und dann zu Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit führt, soweit die Dar­le­hens­for­de­rung noch wert­hal­tig ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 16.02.2011 ver­öf­fent­lich­te Urteil des  Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 25. Novem­ber 2010 — VI R 3408.

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Streit­fall war der Klä­ger als Geschäfts­füh­rer an sei­ner Arbeit­ge­be­rin, einer GmbH, mit rund 5 % betei­ligt. Die GmbH ließ sich von ihren Gesell­schaf­tern, dar­un­ter auch dem Klä­ger, im Novem­ber 2000 für einen beab­sich­tig­ten Bör­sen­gang Liqui­di­täts­hil­fe­dar­le­hen gewäh­ren. Nach­dem der Bör­sen­gang geschei­tert war und die GmbH Kapi­tal benö­tig­te, for­der­ten die Groß­ge­sell­schaf­ter mit Nach­druck und unter Hin­weis auf die sonst dro­hen­de Insol­venz und Arbeits­platz­ver­lus­te, dass die ver­blie­be­nen Klein­ge­sell­schaf­ter auf ihre Gesell­schaf­ter­dar­le­hen ver­zich­te­ten. Dar­auf ver­zich­te­te der Klä­ger im März 2001 auf sei­ne Dar­le­hens­rück­zah­lungs­an­sprü­che über 160.000 DM. Im Rah­men der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung mach­te der Klä­ger den Dar­le­hens­ver­lust zunächst erfolg­los als Wer­bungs­kos­ten mit der Begrün­dung gel­tend, den Ver­zicht zur Ret­tung sei­nes Arbeits­plat­zes erklärt zu haben.

Der BFH war zwar wie das Finanz­ge­richt (FG) der Auf­fas­sung, so Pas­sau, dass die Dar­le­hens­ge­wäh­rung selbst nicht den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug recht­fer­ti­gen kön­ne, weil sie nicht dem Arbeits­ver­hält­nis, son­dern dem Gesell­schaf­ter­ver­hält­nis des Klä­gers zuzu­ord­nen sei. Er schloss es aber nicht aus, dass der vom Klä­ger spä­ter erklär­te Ver­zicht auf das Dar­le­hen tat­säch­lich zur Ret­tung des Arbeits­plat­zes erklärt wor­den sei. Es lie­ge nahe, dass das FG im sich jetzt anschlie­ßen­den zwei­ten Rechts­gang zu die­ser Wür­di­gung kom­me. Dann müs­se geprüft wer­den, wel­chen Wert die Dar­le­hens­for­de­rung des Klä­gers im Zeit­punkt des Ver­zichts noch gehabt habe. Denn nur in die­ser Höhe sei­en dem Klä­ger dann Auf­wen­dun­gen ent­stan­den, die zum Abzug als Wer­bungs­kos­ten berech­tig­ten.

Pas­sau emp­fahl, dies beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de