(Kiel) Mit einem neu­en Erlass vom 18.11.2009 hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen (BMF) wei­te­re Ver­schär­fun­gen bei pri­va­ter Nut­zung von Kraft­fahr­zeu­gen von Unter­neh­mern ein­ge­führt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel  unter Hin­weis auf das ent­spre­chen­de BMF-Schrei­ben vom 18.11.2009 — IV C 6 — S 2177÷07÷10004.

Gehö­ren z. B. bei Ein­zel­un­ter­neh­men gleich­zei­tig meh­re­re Kraft­fahr­zeu­ge zum Betriebs­ver­mö­gen, so ist der pau­scha­le Nut­zungs­wert grund­sätz­lich für jedes Kraft­fahr­zeug anzu­set­zen, das vom Unter­neh­mer oder von zu sei­ner Pri­vat­sphä­re gehö­ren­den Per­so­nen für Pri­vat­fahr­ten genutzt wird. Kann der Steu­er­pflich­ti­ge glaub­haft machen, dass bestimm­te betrieb­li­che Kraft­fahr­zeu­ge nicht pri­vat genutzt wer­den, weil sie für eine pri­va­te Nut­zung nicht geeig­net sind (z. B. bei sog. Werk­statt­wa­gen — BFH-Urteil vom 18. Dezem­ber 2008 — VI R 3407 — BSt­Bl II S. 381) oder die­se aus­schließ­lich eige­nen Arbeit­neh­mern zur Nut­zung über­las­sen wer­den, ist für die­se Kraft­fahr­zeu­ge kein pau­scha­ler Nut­zungs­wert zu ermit­teln.

Wird ein Kraft­fahr­zeug gemein­sam vom Steu­er­pflich­ti­gen und einem oder meh­re­ren Arbeit­neh­mern genutzt, so ist bei pau­scha­ler Nut­zungs­wert­ermitt­lung für Pri­vat­fahr­ten der Nut­zungs­wert von 1 Pro­zent des Lis­ten­prei­ses ent­spre­chend der Zahl der Nut­zungs­be­rech­tig­ten auf­zu­tei­len. Es gilt die wider­leg­ba­re Ver­mu­tung, dass für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Betriebs­stät­te und für Fami­li­en­heim­fahr­ten das Kraft­fahr­zeug mit dem höchs­ten Lis­ten­preis genutzt wird.  

Bei­spiel:  

  • Zum Betriebs­ver­mö­gen des Unter­neh­mers C gehö­ren 5 Kraft­fahr­zeu­ge, die von C, sei­ner Ehe­frau und dem erwach­se­nen Sohn auch zu Pri­vat­fahr­ten genutzt wer­den; von C auch für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Betriebs­stät­te. Ein Kraft­fahr­zeug wird aus­schließ­lich einem Ange­stell­ten auch zur pri­va­ten Nut­zung über­las­sen; der Nut­zungs­vor­teil wird bei die­sem lohn­ver­steu­ert. Die betrieb­li­che Nut­zung der Kraft­fahr­zeu­ge beträgt jeweils mehr als 50 Pro­zent. Es befin­det sich kein wei­te­res Kraft­fahr­zeug im Pri­vat­ver­mö­gen. Die pri­va­te Nut­zungs­ent­nah­me nach § 6 Absatz 1 Num­mer 4 Satz 2 EStG ist für 4 Kraft­fahr­zeu­ge anzu­set­zen, und zwar mit jeweils 1 Pro­zent des Lis­ten­prei­ses. Zusätz­lich ist für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Betriebs­stät­te der Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug zu kür­zen. Dabei ist der höchs­te Lis­ten­preis zugrun­de zu legen.

Damit, so betont Pas­sau, hat das BMF klamm­heim­lich durch die Hin­ter­tür eine Ver­schär­fung her­bei­ge­führt, da die pri­va­te Nut­zungs­ent­nah­me nach den frü­he­ren BMF-Schrei­ben bei dem­sel­ben Bei­spiel nur für 3 Kraft­fahr­zeu­ge anzu­set­zen war.

Dar­über­hin­aus sieht das BMF-Schrei­ben u. a. auch vor, dass der geld­wer­te Vor­teil in Höhe von 0,03 Pro­zent des Lis­ten­prei­ses pro Monat auch dann anzu­set­zen ist, wenn der Dienst­wa­gen nur in weni­gen Fäl­len für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te genutzt wird. Damit set­ze sich das BMF über zwei anders­lau­ten­de Urtei­le des Bun­des­fi­nanz­hofs hin­weg.

Aller­dings, so betont Pas­sau, könn­ten betrof­fe­ne Unter­neh­mer dage­gen Ein­spruch ein­le­gen, da beim Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) unter dem Akten­zei­chen VI R 5409 zu die­ser Fra­ge erneut ein Ver­fah­ren anhän­gig sei.

Pas­sau emp­fahl drin­gend, steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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