(Kiel) Der V. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung (BFH-Urteil vom 22. August 2013 — V R 1909) bestä­tigt, wonach sich bei der Errich­tung eines gemischt genutz­ten Gebäu­des die Vor­steu­er­auf­tei­lung im Regel­fall nach dem objekt­be­zo­ge­nen Flä­chen­schlüs­sel rich­tet.

Dar­über hin­aus­ge­hend hat er ent­schie­den, dass die Vor­steu­er­be­trä­ge jedoch nach dem (objekt­be­zo­ge­nen) Umsatz­schlüs­sel auf­zu­tei­len sind, wenn erheb­li­che Unter­schie­de in der Aus­stat­tung der ver­schie­de­nen Zwe­cken die­nen­den Räu­me bestehen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 11.06.2014 zu sei­nem Urteil vom 7. Mai 2014 (V R 110).

In der Sache ging es -erneut- um die Höhe des Vor­steu­er­ab­zugs für Ein­gangs­leis­tun­gen zur Her­stel­lung eines Gebäu­des, mit dem sowohl steu­er­freie als auch steu­er­pflich­ti­ge Ver­mie­tungs­um­sät­ze erzielt wer­den. Da der Vor­steu­er­ab­zug nur für steu­er­pflich­ti­ge Aus­gangs­um­sät­ze mög­lich ist, war eine Auf­tei­lung der Vor­steu­ern erfor­der­lich. Die Klä­ge­rin nahm die Auf­tei­lung nach dem sog. Umsatz­schlüs­sel vor, wäh­rend die Finanz­ver­wal­tung die Vor­steu­ern nach dem ungüns­ti­ge­ren Flä­chen­schlüs­sel auf­teil­te.

Der BFH hob das der Kla­ge statt­ge­ben­de Urteil des Finanz­ge­richts (FG) auf und ver­wies die Sache an das FG zurück. Da der Flä­chen­schlüs­sel in der Regel eine prä­zi­se­re Bestim­mung des Pro-rata-Sat­zes ermög­licht, schließt er sowohl den gesamt­un­ter­neh­mens­be­zo­ge­nen wie auch den objekt­be­zo­ge­nen Umsatz­schlüs­sel aus. Der Flä­chen­schlüs­sel fin­det aber dann kei­ne Anwen­dung, wenn die Aus­stat­tung der Räum­lich­kei­ten (Höhe der Räu­me, Dicke der Wän­de, Innen­aus­stat­tung) erheb­li­che Unter­schie­de auf­weist. In sol­chen Fäl­len ist die Vor­steu­er­auf­tei­lung anhand des objekt­be­zo­ge­nen Umsatz­schlüs­sels vor­zu­neh­men. Ob der­ar­ti­ge Unter­schie­de in der Aus­stat­tung vor­lie­gen, ist vom FG im zwei­ten Rechts­gang zu prü­fen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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