(Kiel) Nach der Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts Düs­sel­dorf wen­det ein Arbeit­ge­ber sei­nen Arbeit­neh­mern kei­nen Arbeits­lohn zu, wenn er ihnen die kos­ten­lo­se Teil­nah­me an ärzt­li­chen Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen („Gesund­heits-Check” bzw. „Mana­ger­un­ter­su­chung”) anbie­tet.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf das am 21.10.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Finanz­ge­richts (FG) Düs­sel­dorf vom 30.09.2009, Az. 15 K 272708 L.

Die ärzt­li­chen Maß­nah­men sei­en hier in über­wie­gend eigen­be­trieb­li­chem Inter­es­se erfolgt. Die­ses erheb­li­che Inter­es­se der Klä­ge­rin an den Maß­nah­men kom­me bereits dadurch zum Aus­druck, dass sie aus­schließ­lich ihre Füh­rungs­kräf­te habe unent­gelt­lich unter­su­chen las­sen. Denn sol­che lei­ten­den Arbeit­neh­mer sei­en schwe­rer zu erset­zen als ande­re Mit­ar­bei­ter; ihr Aus­fall wür­de den Betrieb der Klä­ge­rin nach­hal­ti­ger beein­träch­ti­gen als der Aus­fall von Arbeit­neh­mern in weni­ger her­aus­ge­ho­be­nen Posi­tio­nen.

Für das über­wie­gend eigen­be­trieb­li­che Inter­es­se der Klä­ge­rin spre­che wei­ter, dass sie nicht nur im o. a. Sin­ne den Per­so­nen­kreis, der unter­sucht wer­den soll­te, bestimmt, son­dern auch den Inhalt und den Tur­nus der Unter­su­chun­gen fest­ge­legt habe. Glei­ches gel­te hin­sicht­lich der Beauf­tra­gung eines Arz­tes ihres — der Klä­ge­rin — Ver­trau­ens.

Gegen ein über­wie­gen­des eige­nes Inter­es­se der lei­ten­den Mit­ar­bei­ter spre­che schließ­lich auch der Umstand, dass sie die Kos­ten der Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen nach Akten­la­ge jeden­falls viel­fach nicht oder zumin­dest nicht voll hät­ten selbst tra­gen müs­sen, weil die­se Kos­ten durch Kran­ken­ver­si­che­run­gen oder Kran­ken­kas­sen über­nom­men wor­den wären. Hin­zu kom­me der wei­te­re Gesichts­punkt, dass die Unter­su­chun­gen zwar nicht der Vor­beu­gung oder Behand­lung von Berufs­krank­hei­ten im eigent­li­chen Sin­ne dien­ten, indes die hier­von erfass­te The­ma­tik der Herz- und Kreis­lauf­er­kran­kun­gen als stress­be­ding­te Fol­ge der Tätig­keit lei­ten­der Arbeit­neh­mer hier in die­sem “Gewer­be” nicht sel­ten sei. 

Dass die Klä­ge­rin ihre Füh­rungs­kräf­te nicht der­ge­stalt zur Teil­nah­me an den Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen gezwun­gen habe, dass sie für den Fall der Nicht­teil­nah­me mit beruf­li­chen (Beför­de­rungs­chan­cen) oder finan­zi­el­len Nach­tei­len (Wei­ter­zah­lung der Bezü­ge im Krank­heits­fall; Gehalts­kür­zun­gen o. ä.) gedroht hat, ste­he der Annah­me ihres ganz über­wie­gend eigen­be­trieb­li­chen Inter­es­ses nach den Gesamt­um­stän­den des vor­lie­gen­den Falls nicht ent­ge­gen.

Pas­sau emp­fahl, die­se Grund­sät­ze zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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