(Kiel) Gesetz­li­che Zin­sen, die das Finanz­amt (FA) auf­grund von Ein­kom­men­steu­er­erstat­tun­gen an den Steu­er­pflich­ti­gen zahlt (sog. Erstat­tungs­zin­sen) unter­lie­gen nicht der Ein­kom­men­steu­er.

Das, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit einem am 08.09.2010 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 15. Juni 2010 — VIII R 3307 — ent­schie­den und damit sei­ne frü­he­re Recht­spre­chung teil­wei­se geän­dert.

Bis 1999 konn­ten Nach­zah­lungs­zin­sen, die der Steu­er­pflich­ti­ge an das Finanz­amt zu zah­len hat­te, als Son­der­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den. Nach­dem die­se Rege­lung ersatz­los ent­fal­len war, muss­ten die Erstat­tungs­zin­sen nach wie vor ver­steu­ert wer­den, wäh­rend die Nach­zah­lungs­zin­sen nicht mehr abge­zo­gen wer­den durf­ten. Das war bei vie­len Steu­er­pflich­ti­gen auf Unver­ständ­nis gesto­ßen. Nach der Ände­rung der Recht­spre­chung sind nun gesetz­li­che Zin­sen, die im Ver­hält­nis zwi­schen Steu­er­pflich­ti­gen und FA für Ein­kom­men­steu­er­nach­zah­lun­gen oder erstat­tun­gen ent­ste­hen, ins­ge­samt steu­er­recht­lich unbe­acht­lich.

Im Streit­fall mach­te ein Steu­er­pflich­ti­ger, der auf­grund des­sel­ben Ein­kom­men­steu­er­be­scheids nicht abzieh­ba­re Nach­zah­lungs­zin­sen an das FA zu leis­ten und zugleich vom FA bezo­ge­ne Erstat­tungs­zin­sen als Einah­men aus Kapi­tal­ver­mö­gen zu ver­steu­ern hat­te, in ers­ter Linie gel­tend, das in § 12 Nr. 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) gere­gel­te Abzugs­ver­bot für Nach­zah­lungs­zin­sen sei ver­fas­sungs­wid­rig.

Der BFH hat die­ses gesetz­li­che Abzugs­ver­bot als ver­fas­sungs­ge­mäß bestä­tigt, aber die Beur­tei­lung von Erstat­tungs­zin­sen teil­wei­se geän­dert, so Pas­sau.

Erstat­tungs­zin­sen wur­den bis­her in jedem Fall als steu­er­ba­re Ein­nah­men aus Kapi­tal­ver­mö­gen ange­se­hen. Der Steu­er­pflich­ti­ge über­las­se dem Finanz­amt mit der letzt­lich nicht geschul­de­ten (und des­halb spä­ter zu erstat­ten­den) Steu­er­zah­lung Kapi­tal zur Nut­zung und erhal­te dafür als Gegen­leis­tung vom Finanz­amt die Erstat­tungs­zin­sen. An die­ser Recht­spre­chung hält der BFH im Grund­satz zwar fest. Das gilt jedoch nicht, wenn die Steu­er wie hier die Ein­kom­men­steu­er und dar­auf ent­fal­len­de Nach­zah­lungs­zin­sen gemäß § 12 Nr. 3 EStG vom Abzug als Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten aus­ge­schlos­sen und damit dem nicht­steu­er­ba­ren Bereich zuge­wie­sen sind mit der Fol­ge, dass die Steu­er­erstat­tung beim Steu­er­pflich­ti­gen nicht zu Ein­nah­men führt. Die­se gesetz­li­che Wer­tung strahlt auf die damit zusam­men­hän­gen­den Zin­sen in der Wei­se aus, dass Erstat­tungs­zin­sen eben­falls nicht steu­er­bar sind.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dun­gen zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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Jörg Pas­sau
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