(Kiel)  Erwirbt eine Anla­ge­ge­sell­schaft auf dem US-ame­ri­ka­ni­schen Zweit­markt „gebrauch­te” Lebens­ver­si­che­run­gen, um die Ver­si­che­rungs­sum­men bei Fäl­lig­keit ein­zu­zie­hen, unter­hält sie damit auch bei hohem Anla­ge­vo­lu­men und der Ein­schal­tung eines Ver­mitt­lers beim Erwerb der Ver­si­che­rung kei­nen Gewer­be­be­trieb.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 23.01.2013 zu sei­nem Urteil vom 11. Okto­ber 2012 — IV R 3210.

Die Klä­ge­rin, eine deut­sche Per­so­nen­ge­sell­schaft, hat­te auf Ver­mitt­lung einer US-ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft sog. „gebrauch­te” Lebens­ver­si­che­run­gen auf dem US-ame­ri­ka­ni­schen Zweit­markt erwor­ben. Dort bie­ten Ver­si­che­rungs­neh­mer ihre Lebens­ver­si­che­run­gen zum Kauf an, wenn sie die­se weder fort­füh­ren noch kün­di­gen wol­len. Die Klä­ge­rin bezahl­te für die erwor­be­nen Lebens­ver­si­che­run­gen wäh­rend der Rest­ver­trags­lauf­zeit die Ver­si­che­rungs­prä­mi­en und zog bei Fäl­lig­keit die Ver­si­che­rungs­sum­men ein. Ein Wei­ter­ver­kauf der aus Eigen­mit­teln erwor­be­nen Lebens­ver­si­che­run­gen erfolg­te nicht. Das Finanz­amt sah die Tätig­keit der Klä­ge­rin als gewerb­lich an, was ertrag­steu­er­lich u.a. zur Fol­ge gehabt hät­te, dass die ein­ge­zo­ge­nen Ver­si­che­rungs­sum­men unge­ach­tet einer Spe­ku­la­ti­ons­frist bei der Klä­ge­rin zu Betriebs­ein­nah­men geführt hät­ten.

Wie das Finanz­ge­richt folg­te auch der BFH der Auf­fas­sung des Finanz­amts nicht, so Pas­sau.

Unter den im Streit­fall vor­lie­gen­den Umstän­den sei nicht ersicht­lich, dass die Tätig­keit der Klä­ge­rin über eine pri­va­te Ver­mö­gens­ver­wal­tung hin­aus­ge­gan­gen sei. Das Finanz­amt kön­ne sich zur Begrün­dung sei­ner Auf­fas­sung weder allein auf das Anla­ge­vo­lu­men oder den Umfang der getä­tig­ten Rechts­ge­schäf­te noch auf die Ein­schal­tung eines Ver­mitt­lers stüt­zen. Viel­mehr sei im Streit­fall ent­schei­dend, dass sich die Klä­ge­rin weder wie ein gewerb­li­cher Händ­ler, des­sen Tätig­keit die plan­mä­ßi­ge Umschich­tung von Ver­mö­gens­wer­ten kenn­zeich­ne, noch wie ein gewerb­li­cher Dienst­leis­ter ver­hal­te.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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Jörg Pas­sau
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