(Kiel) Bei der Ermitt­lung des steu­er­pflich­ti­gen Anteils eines Spe­ku­la­ti­ons­ge­winns sind die Ver­äu­ße­rungs­kos­ten ver­hält­nis­mä­ßig dem steu­er­ba­ren und dem nicht steu­er­ba­ren Teil des Ver­äu­ße­rungs­ge­winns zuzu­ord­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts Köln (FG) vom 2.12.2013 zu sei­nem Urteil vom 06.11.2013 (13 K 12113).
Ein Anspruch auf Berück­sich­ti­gung der gesam­ten Ver­äu­ße­rungs­kos­ten bei dem steu­er­pflich­ti­gen Teil des Ver­äu­ße­rungs­ge­winns ergibt sich nach Auf­fas­sung des Senats weder aus der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 07.07.2010 noch aus dem hier­zu ergan­ge­nen Schrei­ben des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums vom 20.12.2010.

Eine Grund­stücks­ge­mein­schaft erziel­te im März 2000 bei dem Ver­kauf eines 1991 erwor­be­nen Grund­stücks vor Berück­sich­ti­gung der Ver­äu­ße­rungs­kos­ten einen Spe­ku­la­ti­ons­ge­winn in Höhe von 60.000 DM. Hier­von waren nach den Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts unstrei­tig nur 6.000 DM steu­er­bar. Das Finanz­amt zog die bei der Ver­äu­ße­rung des Grund­stücks ent­stan­de­nen Kos­ten (Mak­ler, Vor­fäl­lig­keits­ge­bühr und Grund­buch) von ins­ge­samt 20.000 DM antei­lig ab und ermit­tel­te einen steu­er­pflich­ti­gen Spe­ku­la­ti­ons­ge­winn in Höhe von 4.000 DM. Dem­ge­gen­über ver­trat die Grund­stücks­ge­mein­schaft die Auf­fas­sung, die Ver­äu­ße­rungs­kos­ten sei­en in vol­lem Umfang vom steu­er­pflich­ti­gen Anteil abzu­zie­hen und mach­te einen Ver­äu­ße­rungs­ver­lust von 14.000 DM gel­tend. Die­ser Mei­nung konn­te sich das Gericht nicht anschlie­ßen, weil dies im Ergeb­nis die Umdeu­tung der Ent­schei­dung des Bun-des­ver­fas­sungs­ge­richts in eine Sub­ven­ti­ons­re­gel zur Fol­ge hät­te.

Der Senat hat gegen das Urteil die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zuge­las­sen.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te in sei­nen Beschlüs­sen vom 07.07.2010 (2 BvL 1402, 2 BvL 202 ‚2 BvL 1305) die rück­wir­ken­de Ver­län­ge­rung der Spe­ku­la­ti­ons­frist des § 23 EStG bei Grund­stü­cken auf zehn Jah­re als teil­wei­se ver­fas­sungs­wid­rig ein­ge­stuft. Steu­er­pflich­ti­ge, die ein Grund­stück mehr als 2 Jah­re vor dem 31.03.1999 erwor­ben und inner­halb der neu­en 10-jäh­ri­gen Spe­ku­la­ti­ons­frist nach die­sem Datum wie­der ver­äu­ßert haben, müs­sen daher ihren Spe­ku­la­ti­ons­ge­winn nur inso­weit ver­steu­ern, wie er nach dem 31.03.1999 ent­stan­den ist. Die Finanz­ver­wal­tung hat die Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts im Schrei­ben des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums vom 20.12.2010 (Bun­des­steu­er­blatt I 2011, 14) umge­setzt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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