(Kiel) Die soge­nann­te Weg­zug­steu­er des § 6 des Außen­steu­er­ge­set­zes (AStG), nach der der deut­sche Fis­kus bei sol­chen Per­so­nen, die min­des­tens zehn Jah­re in Deutsch­land gewohnt haben und dann ins Aus­land ver­zie­hen, die bis zu die­sem Zeit­punkt ent­stan­de­nen  Wert­stei­ge­run­gen von Betei­li­gun­gen an Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten besteu­ert,  ist recht­mä­ßig.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf das am 04.11.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 25. August 2009, Az.: I R 88, 89/07.

Klä­ger in die­sem Ver­fah­ren waren Ehe­leu­te, die an meh­re­ren deut­schen Gesell­schaf­ten betei­ligt waren und im Jahr 1998 erst nach Bel­gi­en und im Jah­re 2001 in die Schweiz ver­zo­gen und ihre Antei­le dadurch mehr­fach ver­steu­ern muss­ten.

Anders als bei einer Besteue­rung im Inland, so Pas­sau, ent­steht die Steu­er hier selbst dann, wenn sich hier­bei die Wert­stei­ge­run­gen noch nicht tat­säch­lich rea­li­siert haben, z. B. durch den Ver­kauf der Antei­le. Nor­ma­ler­wei­se wür­de dies gegen EU-Recht ver­sto­ßen. Des­we­gen hat­te der Gesetz­ge­ber die Bestim­mung des § 6 AStG Ende 2006, auch mit Wir­kung für die Ver­gan­gen­heit, neu gere­gelt.

Mit sei­nem Urteil vom 25. August 2009 hat der BFH nun ent­schie­den, dass die Neu­re­ge­lung, auch mit Wir­kung für die Ver­gan­gen­heit, weder gegen das Grund­ge­setz noch gegen EU-Recht  ver­stößt und auch mit den von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land abge­schlos­se­nen Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men ver­ein­bar ist.

Dies, so betont Pas­sau, kann dazu füh­ren, dass ent­spre­chen­de Wert­stei­ge­run­gen bei den Antei­len gleich dop­pelt zu ver­steu­ern sind, und zwar ein­mal durch die Weg­zug­steu­er in Deutsch­land und zusätz­lich nach den steu­er­li­chen Vor­schrif­ten im Staa­tes, in den der Steu­er­pflich­ti­ge ver­zieht.

Pas­sau emp­fahl daher drin­gend, das Urteil unbe­dingt zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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