(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass Kos­ten für betrieb­li­che Fahr­ten mit einem Kraft­fahr­zeug selbst dann i.S. des § 4 Abs. 4 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) — dem Grun­de nach — betrieb­lich ver­an­lasst sind, wenn die Auf­wen­dun­gen unan­ge­mes­sen sind.

Die Höhe der Auf­wen­dun­gen und damit ihre Unan­ge­mes­sen­heit ist allein unter Anwen­dung der in § 4 Abs. 5 EStG gere­gel­ten Abzugs­ver­bo­te oder –beschrän­kun­gen zu bestim­men.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 6.08.2014 zu sei­nem Urteil vom 29. April 2014 — VIII R 2012.

Im Streit­fall hat­te ein selb­stän­dig täti­ger Tier­arzt den (hohen) Auf­wand für einen 400 PS- star­ken Sport­wa­gen als Betriebs­aus­ga­be gel­tend gemacht. Den (abso­lut) gerin­gen Umfang der betrieb­li­chen Nut­zung (nur 20 Fahr­ten in drei Jah­ren) hat er mit­tels eines ord­nungs­ge­mäß geführ­ten Fahr­ten­bu­ches nach­ge­wie­sen. Das Finanz­amt hat­te den als ange­mes­sen anzu­se­hen­den Auf­wand für die betrieb­li­chen Fahr­ten ledig­lich mit pau­schal 1 € je gefah­re­nen Kilo­me­ter, das dage­gen ange­ru­fe­ne Finanz­ge­richt (FG) mit pau­schal 2 € je Kilo­me­ter ange­setzt.

Auf die Revi­si­on des Klä­gers hat der BFH die vor­in­stanz­li­che Ent­schei­dung bestä­tigt. Die Gren­zen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG für den Abzug unan­ge­mes­se­ner Auf­wen­dun­gen gel­ten auch für die Beschaf­fung aus­schließ­lich betrieb­lich genutz­ter PKW. Ob die Auf­wen­dun­gen für das Fahr­zeug unan­ge­mes­sen sind, bestimmt sich wei­ter danach, ob ein ordent­li­cher und gewis­sen­haf­ter Unter­neh­mer — unge­ach­tet sei­ner Frei­heit, den Umfang sei­ner Erwerbs­auf­wen­dun­gen selbst bestim­men zu dür­fen — ange­sichts der erwar­te­ten Vor­tei­le und Kos­ten die Auf­wen­dun­gen nach den Umstän­den des Ein­zel­fal­les eben­falls auf sich genom­men haben wür­de. Auf die­ser Grund­la­ge ist das FG nach Ansicht des VIII. Senats des BFH ohne Rechts­feh­ler zu der Wür­di­gung gekom­men, die Kfz-Auf­wen­dun­gen sei­en wegen des abso­lut gerin­gen betrieb­li­chen Nut­zungs­um­fangs des Sport­wa­gens sowie wegen der Beschrän­kung der weni­gen Fahr­ten auf Rei­sen zu Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen oder Gerichts­ter­mi­nen und damit wegen feh­len­den Ein­sat­zes in der berufs­ty­pi­schen tier­ärzt­li­chen Betreu­ung einer­seits und des hohen Reprä­sen­ta­ti­ons- sowie pri­va­ten Affek­ti­ons­wert eines Luxus­sport­wa­gens für sei­ne Nut­zer ande­rer­seits unan­ge­mes­sen. Eben­so hat der BFH es als zuläs­sig ange­se­hen, zur Berech­nung des ange­mes­se­nen Teils der Auf­wen­dun­gen auf durch­schnitt­li­che Fahrt­kos­ten­be­rech­nun­gen für auf­wän­di­ge­re Model­le gän­gi­ger Mar­ken der Ober­klas­se in Inter­net­fo­ren zurück­zu­grei­fen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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