(Kiel) Die Leis­tun­gen eines ärzt­li­chen Not­fall­diens­tes wer­den als Ein­heit behan­delt und sind unter Umstän­den umsatz­steu­er­frei.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 20.11.2013 zu sei­nem Urteil vom 8. August 2013 — V R 1312.

Der Klä­ger, ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein und Mit­glied eines amt­lich aner­kann­ten Ver­bands der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge, betrieb für eine kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung nachts sowie an den Wochen­en­den und Fei­er­ta­gen einen ärzt­li­chen Not­fall­dienst. Dazu unter­hielt er mit Funk aus­ge­rüs­te­te Kraft­wa­gen mit je einem aus­ge­bil­de­ten Ret­tungs­hel­fer als Fah­rer zur Beför­de­rung von Not­fall­ärz­ten zu Not­fall­pa­ti­en­ten sowie eine Leit­zen­tra­le, die Not­fall­an­ru­fe ent­ge­gen­nahm, an die dienst­ha­ben­den Ärz­te wei­ter­lei­te­te und ggf. Ret­tungs- oder Kran­ken­fahr­zeu­ge anfor­der­te. Im Fal­le eines Ein­sat­zes wur­de der dienst­ha­ben­de Arzt in sei­ner Woh­nung oder Pra­xis abge­holt und zu den Not­fall­pa­ti­en­ten gebracht. Auf Wunsch des Arz­tes beglei­te­ten die Fah­rer ihn in die Woh­nung des Pati­en­ten und assis­tier­ten dem Arzt. Das Finanz­amt unter­warf die Umsät­ze des Klä­gers aus dem ärzt­li­chen Not­fall­dienst der Umsatz­steu­er. Das Finanz­ge­richt (FG) gab der Kla­ge statt.

Der BFH bestä­tig­te das Urteil des FG. Die beim Betrieb des Not­fall­diens­tes aus­ge­führ­ten Leis­tun­gen sind umsatz­steu­er­recht­lich als Ein­heit zu betrach­ten. Der Umsatz war im Streit­fall auch steu­er­frei, weil der Ver­ein Mit­glied eines amt­lich aner­kann­ten Ver­bands der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge ist und auch die übri­gen Vor­aus­set­zun­gen des § 4 Nr. 18 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes erfüllt, ins­be­son­de­re weil er auch per­so­nen­be­zo­ge­ne Leis­tun­gen erbringt, die den begüns­tig­ten Per­so­nen unmit­tel­bar zugu­te­kom­men.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
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