(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass die Vor­steu­er aus den Bau­kos­ten für ein gemischt genutz­tes Gebäu­de nur abge­zo­gen wer­den kann, wenn der Bau­herr zeit­nah ent­schie­den und doku­men­tiert hat, in wel­chem Umfang das Gebäu­de unter­neh­me­risch genutzt wer­den soll. Maß­geb­lich ist die gesetz­li­che Abga­be­frist für die Umsatz­steu­er-Erklä­rung (31. Mai des Fol­ge­jah­res). Eine danach getrof­fe­ne oder doku­men­tier­te Ent­schei­dung kann nicht mehr berück­sich­tigt wer­den.

Mit die­sem Urteil, das nach­träg­lich zur Ver­öf­fent­li­chung bestimmt wor­den ist, hat der BFH sei­ne Recht­spre­chung zur Ein­schrän­kung des Vor­steu­er­ab­zugs auf­grund des sog. See­ling-Modells (vgl. PM Nr. 82 vom 12. Okto­ber 2011 zu V R 4109 und V R 4209) bestä­tigt und ergänzt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 7.12.2011 zu sei­nem Urteil vom 7. Juli 2011 — V R 2110.

Der unter­neh­me­risch täti­ge Klä­ger errich­te­te von Som­mer 2007 bis Janu­ar 2008 ein Ein­fa­mi­li­en­haus, das er danach mit sei­ner Fami­lie bezog und teil­wei­se für sein Unter­neh­men nutz­te. In sei­nen Umsatz­steu­er-Vor­anmel­dun­gen für das drit­te und vier­te Quar­tal 2007 und das ers­te Quar­tal 2008 mach­te er kei­ne Vor­steu­ern aus den Bau­kos­ten gel­tend. Erst am 5. Juni 2008 reich­te er bei dem Finanz­amt (FA) berich­tig­te Umsatz­steu­er-Vor­anmel­dun­gen ein und mach­te dar­in den Vor­steu­er­ab­zug gel­tend. Das FA lehn­te dies ab; Kla­ge und die Revi­si­on hat­ten kei­nen Erfolg, so Pas­sau.

Der BFH hat zunächst die Grund­sät­ze des Urteils V R 4209 bestä­tigt, wonach die beim Leis­tungs­be­zug zu tref­fen­de Zuord­nungs­ent­schei­dung spä­tes­tens im Rah­men der Jah­res­steu­er­erklä­rung zu doku­men­tie­ren ist. Das gilt auch für den — in der Pra­xis bedeut­sa­men — Vor­gang einer sich u.U. über meh­re­re Jah­re erstre­cken­den Gebäu­de­her­stel­lung. Das bedeu­tet: Auch wenn die Doku­men­ta­ti­on der Zuord­nungs­ent­schei­dung im Rah­men einer Umsatz­steu­er-Vor­anmel­dung zunächst unter­blie­ben ist, ermög­licht der BFH dem Unter­neh­mer eine Kor­rek­tur im Rah­men der Jah­res­steu­er­erklä­rung. Inso­weit hat der Unter­neh­mer aller­dings die für die Jah­res­fest­set­zung maß­ge­ben­de Doku­men­ta­ti­ons­frist (31. Mai des Fol­ge­jah­res) zu beach­ten. Da der Klä­ger die Zuord­nung des Gebäu­des zu sei­nem Unter­neh­mens­ver­mö­gen erst nach Ablauf der Doku­men­ta­ti­ons­frist vor­ge­nom­men hat­te, konn­te sei­nem Kla­ge­be­geh­ren nicht ent­spro­chen wer­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

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