(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die Vor­steu­er zu berich­ti­gen ist, wenn sich der Unter­neh­mer nach­träg­lich auf eine im natio­na­len Recht nicht vor­ge­se­he­ne Steu­er­be­frei­ung des Uni­ons­rechts beruft.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 25.01.2012 zu sei­nem Urteil vom 15. Sep­tem­ber 2011 — V R 811.

Der Streit­fall betraf einen Spiel­hal­len­be­trei­ber. Die­ser hat­te für den Erwerb von Geld­spiel­au­to­ma­ten die Vor­steu­er abge­zo­gen, da Umsät­ze mit Geld­spiel­au­to­ma­ten nach natio­na­lem Recht steu­er­pflich­tig sind. Nach­dem der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on im Gegen­satz dazu ent­schie­den hat­te, dass der­ar­ti­ge Umsät­ze nach dem Uni­ons­recht steu­er­frei sind, mach­te der Unter­neh­mer dies für sich gel­tend. Das Finanz­amt akzep­tier­te die Steu­er­frei­heit der Auto­ma­ten­um­sät­ze, ging aber zu Las­ten des Unter­neh­mers davon aus, dass er den zuvor für den Erwerb der Geld­spiel­au­to­ma­ten in Anspruch genom­me­nen Vor­steu­er­ab­zug nach § 15a des Umsatz­steu­er­ge­set­zes (UStG) zu berich­ti­gen habe.

Der BFH hat die Rechts­auf­fas­sung des Finanz­amts bestä­tigt, so Pas­sau. Die von § 15a UStG vor­aus­ge­setz­te Ände­rung der Ver­hält­nis­se liegt dar­in, dass der Unter­neh­mer beim Erwerb der Geld­spiel­ge­rä­te das Erbrin­gen steu­er­pflich­ti­ger Auto­ma­ten­um­sät­zen beab­sich­tigt hat, wohin­ge­gen die Umsät­ze auf­grund der spä­te­ren Beru­fung auf das Uni­ons­recht steu­er­frei waren.

Die Ent­schei­dung des BFH ist über den ent­schie­de­nen Ein­zel­fall hin­aus für alle Fäl­le von Bedeu­tung, in denen sich Unter­neh­mer nach­träg­lich auf Steu­er­be­frei­un­gen des Uni­ons­rechts beru­fen, die im natio­na­len Recht nicht zutref­fend umge­setzt sind.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.
 

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de