(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass bei Über­nach­tun­gen in einem Hotel nur die unmit­tel­bar der Beher­ber­gung die­nen­den Leis­tun­gen des Hote­liers dem ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz von 7 % unter­lie­gen. Früh­stücks­leis­tun­gen an Hotel­gäs­te gehö­ren nicht dazu; sie sind mit dem Regel­steu­er­satz von 19 % zu ver­steu­ern, auch wenn der Hote­lier die “Über­nach­tung mit Früh­stück” zu einem Pau­schal­preis anbie­tet.

Nach § 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 1 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes (UStG) ermä­ßigt sich die Umsatz­steu­er von 19 % der Bemes­sungs­grund­la­ge (sog. Regel­steu­er­satz) auf 7 % für “die Ver­mie­tung von Wohn- und Schlaf­räu­men, die ein Unter­neh­mer zur kurz­fris­ti­gen Beher­ber­gung von Frem­den bereit­hält, sowie die kurz­fris­ti­ge Ver­mie­tung von Cam­ping­flä­chen. Satz 1 gilt nicht für Leis­tun­gen, die nicht unmit­tel­bar der Ver­mie­tung die­nen, auch wenn die­se Leis­tun­gen mit dem Ent­gelt für die Ver­mie­tung abge­gol­ten sind”. Die Vor­schrift ist mit Wir­kung vom 1. Janu­ar 2010 in das UStG ein­ge­fügt wor­den (sog. Hotel­steu­er)

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 4.12.2013 zu sei­nem Urteil vom 24. April 2013 (XI R 311).

Die Klä­ge­rin betrieb ein Hotel, in dem sie aus­schließ­lich “Über­nach­tun­gen mit Früh­stück” anbot. Im Zim­mer­preis war das Früh­stück mit einem bestimm­ten Anteil kal­ku­la­to­risch ent­hal­ten. Für den auf das Früh­stück ent­fal­len­den Teil des Gesamt­prei­ses for­der­te das Finanz­amt den Regel­steu­er­satz.

Zu Recht, wie der BFH nun befand, weil die Früh­stücks­leis­tun­gen nicht unmit­tel­bar der Ver­mie­tung die­nen. Dass die Steu­er­be­güns­ti­gung für Über­nach­tun­gen nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers nicht auch das Früh­stück umfas­sen soll­te, war zudem im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren aus­drück­lich erör­tert und beschlos­sen wor­den.
Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
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24103 Kiel
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