(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat­te zu ent­schei­den, ob eine aus­län­di­sche Fir­ma, die ein Port­fo­lie von zah­lungs­ge­stör­ten For­de­run­gen in einem ein­heit­li­chen Vor­gang von einer Groß­bank kauft, eine umsatz­steu­er­ba­re Leis­tung an die Ver­käu­fer-Bank erbringt, für die nach der Son­der­vor­schrift des § 13 b des Umsatz­steu­er­ge­set­zes die Bank die Umsatz­steu­er an das Finanz­amt abfüh­ren muss und ob die Ver­käu­fer-Bank im Zwi­schen­zeit­raum zwi­schen Ver­trags­schluss und Stich­tag (“cut off date”) Leis­tun­gen an den For­de­rungs­käu­fer erbringt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 18.09.2013 zu sei­nem Urteil vom 04.07.2013 — V R 810.

Finanz­amt und Finanz­ge­richt ver­tra­ten die Rechts­auf­fas­sung, der For­de­rungs­käu­fer erbrin­ge eine Fac­to­ring-Leis­tung an die ver­kau­fen­de Bank, weil die­ser die Bank von der Mühe der wei­te­ren Ver­wer­tung der For­de­run­gen durch Ein­zie­hung und Zwangs­voll­stre­ckung ent­las­te.

Der BFH gab der Kla­ge im Anschluss an ein neue­res Urteil des EuGH (vom 27. Okto­ber 2011 C-93/10 -GFKL-) statt. Die Ver­käu­fer-Bank erbringt mit der Über­tra­gung der For­de­run­gen eine (umsatz­steu­er­freie) Leis­tung an den For­de­rungs­käu­fer. Der For­de­rungs­käu­fer sei­ner­seits erbringt indes kei­ne Leis­tung an den For­de­rungs­ver­käu­fer, indem er die Ver­käu­fer-Bank von wei­te­ren Voll­stre­ckungs­maß­nah­men ent­las­tet. Nach einem Ver­kauf der For­de­run­gen liegt die wei­te­re Ver­wal­tung und Voll­stre­ckung der For­de­run­gen nicht mehr im Inter­es­se des Ver­käu­fers, son­dern im allei­ni­gen Inter­es­se des For­de­rungs­käu­fers.

Auch mit Blick auf zusätz­li­che Auf­wen­dun­gen, die in dem Zeit­raum zwi­schen dem ver­ein­bar­ten Stich­tag für die Ermitt­lung des Werts des über­tra­ge­nen Port­fo­li­os (“cut off date”) und dem Tag der Abtre­tung der For­de­run­gen erfor­der­lich sind, erbringt der For­de­rungs­ver­käu­fer kei­ne geson­der­te zusätz­li­che steu­er­ba­re Leis­tung an den For­de­rungs­käu­fer, weil es sich um eine unselb­stän­di­ge Neben­leis­tung zum steu­er­frei­en For­de­rungs­ver­kauf han­delt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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