(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass zur Iden­ti­fi­zie­rung einer abge­rech­ne­ten Leis­tung in der Rech­nung auf ande­re Geschäfts­un­ter­la­gen ver­wie­sen wer­den kann, ohne dass die­se Unter­la­gen der Rech­nung bei­gefügt sein müs­sen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 9.04.2014 zu sei­nem Urteil vom 16. Janu­ar 2014 — V R 2813.

Zum Vor­steu­er­ab­zug berech­tigt ist nur, wer eine Rech­nung i.S. der §§ 14, 14a des Umsatz­steu­er­ge­set­zes besitzt, in der u.a. der Umfang und die Art der sons­ti­gen Leis­tung ange­ge­ben ist. Sol­che Leis­tungs­be­schrei­bun­gen sind erfor­der­lich, um die Erhe­bung der Umsatz­steu­er und ihre Über­prü­fung durch die Finanz­ver­wal­tung zu sichern. Im Streit­fall hat­te der Klä­ger Rech­nun­gen erhal­ten, die zur Beschrei­bung der ihm gegen­über erbrach­ten Dienst­leis­tung aus­drück­lich auf bestimm­te Ver­trags­un­ter­la­gen ver­wie­sen. Die­se Ver­trags­un­ter­la­gen waren den Rech­nun­gen aller­dings nicht bei­gefügt. Das Finanz­amt (FA) ver­sag­te den Abzug der Vor­steu­er­be­trä­ge. Das Finanz­ge­richt (FG) bestä­tig­te die­se Ent­schei­dung. Nach sei­ner Ansicht fehl­te es in den Rech­nun­gen an einer hin­rei­chen­den Leis­tungs­be­schrei­bung für die erbrach­ten Dienst­leis­tun­gen. Dar­an ände­re auch die Bezug­nah­me auf bestimm­te Ver­trags­un­ter­la­gen nichts, weil die­se Unter­la­gen den Rech­nun­gen nicht bei­gefügt wor­den sei­en.

Dem folg­te der BFH nicht. Eine Rech­nung muss Anga­ben tat­säch­li­cher Art ent­hal­ten, wel­che die Iden­ti­fi­zie­rung der abge­rech­ne­ten Leis­tun­gen ermög­licht. Zur Iden­ti­fi­zie­rung der abge­rech­ne­ten Leis­tung kön­nen ande­re Geschäfts­un­ter­la­gen her­an­ge­zo­gen wer­den. Vor­aus­set­zung ist dabei ledig­lich, dass die Rech­nung selbst auf die­se ande­ren Unter­la­gen ver­weist und ein­deu­tig bezeich­net. Sol­che Ver­trags­un­ter­la­gen müs­sen zwar exis­tent, aber den Rech­nun­gen nicht bei­gefügt sein. Das FA und das FG müs­sen daher ord­nungs­ge­mäß in Bezug genom­me­ne Ver­trags­un­ter­la­gen bei der Über­prü­fung der Leis­tungs­be­schrei­bung berück­sich­ti­gen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
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