(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die Leis­tun­gen eines Par­ty­ser­vice-Unter­neh­mens grund­sätz­lich sons­ti­ge Leis­tun­gen (Dienst­leis­tun­gen) dar­stel­len, die dem Regel­steu­er­satz (von der­zeit 19%) unter­lie­gen.  

 
Ande­res gilt nur dann, wenn der Par­ty­ser­vice ledig­lich Stan­dard­spei­sen ohne zusätz­li­ches Dienst­leis­tungs­ele­ment lie­fert oder wenn beson­de­re Umstän­de bele­gen, dass die Lie­fe­rung der Spei­sen der domi­nie­ren­de Bestand­teil des Umsat­zes ist. Die Lie­fe­rung von Lebens­mit­tel­zu­be­rei­tun­gen unter­liegt nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes (UStG) dem ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz (von der­zeit 7%).

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 25.01.2012 zu sei­nem Urteil vom 23. Novem­ber 2011 — XI R 608.

Die Klä­ge­rin betrieb einen Par­ty­ser­vice. Sie lie­fer­te die von ihren Kun­den bestell­ten Spei­sen in ver­schlos­se­nen Warm­hal­te­scha­len aus. Sie war der Ansicht, dabei han­de­le es sich um die Lie­fe­rung von Spei­sen zum ermä­ßig­ten Steu­er­satz. Dem folg­te der BFH im Anschluss an eine in die­sem Ver­fah­ren ergan­ge­ne Ent­schei­dung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on nicht.

Der BFH wider­sprach u.a. der Auf­fas­sung der Klä­ge­rin, sie habe ledig­lich Stan­dard­spei­sen ohne zusätz­li­ches Dienst­leis­tungs­ele­ment gelie­fert, so Pas­sau.

Stan­dard­spei­sen sind typi­scher­wei­se das Ergeb­nis einer ein­fa­chen, stan­dar­di­sier­ten Zube­rei­tung, die in den meis­ten Fäl­len nicht auf Bestel­lung eines bestimm­ten Kun­den, son­dern ent­spre­chend der all­ge­mein vor­her­seh­ba­ren Nach­fra­ge oder in Abstän­den z.B. an Imbiss­stän­den abge­ge­ben wer­den. Dies trifft z.B. auf Grill­steaks, Rost­brat­würs­te oder Pom­mes fri­tes zu, nicht aber auf ein Buf­fet für 70 Per­so­nen mit auf­ein­an­der abge­stimm­ten Spei­sen wie etwa Vitel­lo ton­na­to, Hähn­chen­schnit­zel mit Frucht­spie­ßen, geräu­cher­ter Lachs und Forel­len­fi­let mit Sah­ne­meer­ret­tich, Roast­beef mit Remou­la­de, gefüll­te Toma­ten mit Frisch­kä­se, Geflü­gel­sa­lat mit Riga­to­ni. Die Abga­be die­ser Spei­sen, die einen deut­lich grö­ße­ren Dienst­leis­tungs­an­teil als an Imbiss­stän­den abge­ge­be­ne Spei­sen auf­wei­sen und deren Zube­rei­tung mehr Arbeit und Sach­ver­stand erfor­dert, ist nicht als Lie­fe­rung anzu­se­hen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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