(Kiel) Die Rechts­be­helfs­be­leh­rung in einem Steu­er­be­scheid muss kei­nen Hin­weis dar­auf ent­hal­ten, dass der Ein­spruch auch per E-Mail ein­ge­legt wer­den kann. Es reicht viel­mehr aus, wenn sie hin­sicht­lich der Form­erfor­der­nis­se für die Ein­le­gung eines Ein­spruchs den Wort­laut des § 357 Abs. 1 Satz 1 der Abga­ben­ord­nung (AO) wie­der­gibt (hier: „schrift­lich“).

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 8.01.2014 zu sei­nem Urteil vom 20. Novem­ber 2013 (X R 212), womit der BFH auch zwei frü­he­re Ent­schei­dun­gen dazu vom 12. Okto­ber 2012 III B 6612 (BFH/NV 2013, 177) und vom 12. Dezem­ber 2012 I B 12712 (BFHE 239, 25, BSt­Bl II 2013, 272) bestä­tigt hat.

In dem zugrun­de­lie­gen­den Sach­ver­halt hat­te das Finanz­amt (FA) die Ein­kom­men­steu­er­be­schei­de mit Rechts­be­helfs­be­leh­run­gen ver­se­hen, die hin­sicht­lich der Form der Ein­spruchs­ein­le­gung den Wort­laut des § 357 Abs. 1 Satz 1 AO in der für die Streit­jah­re gel­ten­den Fas­sung wie­der­hol­ten. Der Klä­ger leg­te erst eini­ge Mona­te nach Bekannt­ga­be der Beschei­de Ein­sprü­che ein, die das FA wegen der Ver­let­zung der Ein­spruchs­frist von einem Monat als unzu­läs­sig ver­warf. Der Klä­ger mach­te dem­ge­gen­über gel­tend, die Rechts­be­helfs­be­leh­run­gen sei­en unvoll­stän­dig gewe­sen, so dass die Jah­res­frist gemäß § 356 Abs. 2 AO zum Tra­gen kom­men müs­se. Das Finanz­ge­richt gab ihm Recht. Den Rechts­be­helfs­be­leh­run­gen hät­te der Hin­weis auf die Mög­lich­keit zur Ein­le­gung eines Ein­spruchs per E-Mail gefehlt.

Dem ist der BFH nicht gefolgt. Er sieht die Rechts­be­helfs­be­leh­run­gen als voll­stän­dig an. Nach § 356 Abs. 1 AO beginnt die Frist für die Ein­le­gung eines Ein­spruchs zwar nur, wenn der Betei­lig­te über den Ein­spruch und die Finanz­be­hör­de, bei der er ein­zu­le­gen ist, deren Sitz und die ein­zu­hal­ten­de Frist in der für den Ver­wal­tungs­akt ver­wen­de­ten Form (schrift­lich oder elek­tro­nisch) belehrt wor­den ist. Über die Form des Ein­spruchs selbst sei hier­nach nicht (zwin­gend) zu beleh­ren. Aller­dings müs­se eine Rechts­be­helfs­be­leh­rung auch Anga­ben, die nicht zwin­gend vor­ge­schrie­ben sei­en, rich­tig, voll­stän­dig und unmiss­ver­ständ­lich dar­stel­len. Das sei jedoch der Fall, wenn der Wort­laut der inso­weit maß­geb­li­chen Vor­schrift, näm­lich § 357 Abs. 1 AO, wie­der­ge­ge­ben wer­de.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
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