(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass die Lie­fe­rung von sog. Pocket-Bikes an Pri­vat­per­so­nen in das Gemein­schafts­ge­biet umsatz­steu­er­frei ist; Pocket-Bikes sind Motor­rä­der, Motor­rol­ler und Quads in Minia­tur­aus­ga­be.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 23.04.2014 zu sei­nem Urteil vom 27. Febru­ar 2014 (V R 2111).

In der Sache ging es um die Reich­wei­te der Umsatz­steu­er­be­frei­ung für die inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­rung neu­er Fahr­zeu­ge. Die Klä­ge­rin sah den Export von Pocket-Bikes als umsatz­steu­er­frei an, wäh­rend das Finanz­amt und das Finanz­ge­richt (FG) die Auf­fas­sung ver­tra­ten, die­se Lie­fe­run­gen sei­en umsatz­steu­er­pflich­tig, da Pocket-Bikes nicht für den Per­so­nen­trans­port bestimmt sei­en, son­dern nur für sport­li­che Zwe­cke und zum Umher­fah­ren auf pri­va­tem Gelän­de genutzt wer­den könn­ten. Der BFH hob das Urteil des FG auf und gab der Kla­ge statt: Die Steu­er­frei­heit erfas­se zwar bei uni­ons­rechts­kon­for­mer Aus­le­gung nur motor­be­trie­be­ne Land­fahr­zeu­ge, die zur Per­so­nen- oder Güter­be­för­de­rung bestimmt sei­en. Dar­un­ter fie­len aber auch sol­che Fahr­zeu­ge, die ledig­lich für Sport- oder Frei­zeit­zwe­cke ver­wen­det wür­den.

Das Urteil des BFH betrifft nur die Befrei­ung des Exports der Pocket-Bikes von der deut­schen Umsatz­steu­er. Als inner­ge­mein­schaft­li­cher Erwerb unter­liegt der Vor­gang dage­gen der Umsatz­be­steue­rung im jewei­li­gen Hei­mat­land des Käu­fers mit dem dort gel­ten­den Steu­er­satz. Beträgt die­ser (wie bei­spiels­wei­se in Luxem­burg) weni­ger als 19 %, erwirbt der Käu­fer das Pocket-Bike güns­ti­ger, beträgt er dage­gen (wie in den meis­ten Mit­glied­staa­ten) mehr als 19 %, wird der Kauf für ihn teu­rer. Ob die­se Erwerbs­be­steue­rung in den jewei­li­gen Mit­glied­staa­ten tat­säch­lich durch­ge­führt wird, ist aller­dings für die Umsatz­steu­er­be­frei­ung der Lie­fe­rung uner­heb­lich.

Pas­sau emp­fahl, den Aus­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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