(Kiel)  Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass die Anschaf­fungs­kos­ten einer nicht wesent­li­chen GmbH-Betei­li­gung bei einer spä­te­ren Ver­äu­ße­rung der Antei­le nicht zu berück­sich­ti­gen sind, nach­dem die GmbH zuvor form­wech­selnd in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft umge­wan­delt wor­den ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 5.09.2012 zu sei­nem Urteil vom 12. Juli 2012 — IV R 3909.

Der Rechts­form­wech­sel einer GmbH in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft ist auf Grund des Regime­wech­sels von der Besteue­rung der Kör­per­schaft zur Besteue­rung der Gesell­schaf­ter mit erheb­li­chen steu­er­li­chen Über­gangs­pro­ble­men behaf­tet. Die­se resul­tie­ren ins­be­son­de­re aus den unter­schied­li­chen Betei­li­gungs­for­men der Gesell­schaf­ter. So kön­nen die Betei­li­gun­gen im steu­er­ver­strick­ten Betriebs­ver­mö­gen und je nach Betei­li­gungs­hö­he im steu­er­ver­strick­ten oder nicht steu­er­ver­strick­ten (sog. nicht wesent­li­che Betei­li­gung) Pri­vat­ver­mö­gen gehal­ten wer­den. Der Gesetz­ge­ber hat im Umwand­lungs­steu­er­ge­setz an die unter­schied­li­chen Betei­li­gungs­ver­hält­nis­se unter­schied­li­che Rechts­fol­gen geknüpft. Für den Fall der nicht wesent­li­chen Betei­li­gung sieht das Umwand­lungs­steu­er­ge­setz vor, dass die ursprüng­li­chen Anschaf­fungs­kos­ten der Betei­li­gung nach der form­wech­seln­den Umwand­lung der GmbH in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft nicht mehr zu berück­sich­ti­gen sind. Dies hat zur Fol­ge, dass die ursprüng­li­chen Anschaf­fungs­kos­ten den Gewinn einer spä­te­ren Ver­äu­ße­rung der Mit­un­ter­neh­mer­an­tei­le nicht min­dern. Ins­be­son­de­re bei einer zeit­na­hen Ver­äu­ße­rung der Mit­un­ter­neh­mer­an­tei­le nach dem Form­wech­sel erge­ben sich Zwei­fel an der Ver­ein­bar­keit der Rege­lung mit dem Grund­satz, dass Anschaf­fungs­kos­ten bei der Ermitt­lung eines Ver­äu­ße­rungs­ge­winns abge­zo­gen wer­den kön­nen.

Der BFH hat dies vom Gesetz­ge­ber erkann­te und aus­drück­lich gewoll­te Ergeb­nis gleich­wohl auch unter ver­fas­sungs­recht­li­chen Aspek­ten bestä­tigt, so Pas­sau. Dabei hat er sich maß­geb­lich davon lei­ten las­sen, dass der nicht wesent­lich betei­lig­te Gesell­schaf­ter zivil­recht­lich die Mög­lich­keit hat­te, dem Form­wech­sel zu wider­spre­chen und die Antei­le zum Ver­kehrs­wert an die Gesell­schaft zu ver­äu­ßern.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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