(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben mit drei Urtei­len anläss­lich der Fra­ge der ein­kom­men­steu­er­recht­li­chen Behand­lung von Tank­kar­ten, Tank­gut­schei­nen und Geschenk­gut­schei­nen erst­mals Grund­sät­ze zu der Unter­schei­dung von Bar­lohn und einem nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz (EStG) bis zur Höhe von monat­lich 44 € steu­er­frei­em Sach­lohn auf­ge­stellt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 09.02.2011 ver­öf­fent­lich­ten Urtei­le des  Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 11. Novem­ber 2010 (VI R 2109, VI R 2709, VI R 4110).

In den vom BFH ent­schie­de­nen Streit­fäl­len hat­ten Arbeit­ge­ber etwa ihren Arbeit­neh­mern das Recht ein­ge­räumt, auf ihre Kos­ten gegen Vor­la­ge einer Tank­kar­te bei einer bestimm­ten Tank­stel­le bis zu einem Höchst­be­trag von 44 € monat­lich zu tan­ken oder die Arbeit­neh­mer hat­ten anläss­lich ihres Geburts­ta­ges Geschenk­gut­schei­ne einer gro­ßen Ein­zel­han­dels­ket­te über 20 € von ihrem Arbeit­ge­ber erhal­ten oder durf­ten mit vom Arbeit­ge­ber aus­ge­stell­ten Tank­gut­schei­nen bei einer Tank­stel­le ihrer Wahl 30 Liter Treib­stoff tan­ken und sich die Kos­ten dafür von ihrem Arbeit­ge­ber erstat­ten las­sen. Wäh­rend die Arbeit­ge­ber die­se Zuwen­dun­gen jeweils als Sach­lohn beur­teil­ten und ange­sichts der Frei­gren­ze kei­ne Lohn­steu­er ein­be­hiel­ten, waren die Finanz­äm­ter auf Grund­la­ge von Ver­wal­tungs­er­las­sen von nicht steu­er­be­frei­tem Bar­lohn aus­ge­gan­gen und hat­ten ent­spre­chen­de Lohn­steu­er­haf­tungs- und Nach­for­de­rungs­be­schei­de erlas­sen. Dar­in waren sie von den Finanz­ge­rich­ten bestä­tigt wor­den.

Der BFH hat dage­gen in sämt­li­chen Streit­fäl­len Sach­lohn ange­nom­men, die Vor­ent­schei­dun­gen auf­ge­ho­ben und den Kla­gen statt­ge­ge­ben. so Pas­sau.

Die Fra­ge, ob Bar­löh­ne oder Sach­be­zü­ge vor­lie­gen, ent­schei­de sich nach dem Rechts­grund des Zuflus­ses, näm­lich auf Grund­la­ge der arbeits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen danach, wel­che Leis­tung der Arbeit­neh­mer vom Arbeit­ge­ber bean­spru­chen kann. Die Unter­schei­dung sei nach der Art des arbeit­ge­ber­sei­tig zuge­sag­ten und daher arbeit­neh­mer­sei­tig zu bean­spru­chen­den Vor­teils selbst und nicht durch die Art und Wei­se der Erfül­lung des Anspruchs zu tref­fen. Kön­ne der Arbeit­neh­mer ledig­lich die Sache selbst bean­spru­chen, kom­me eine Steu­er­be­frei­ung für Sach­be­zü­ge nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG in Betracht. Dann sei es auch uner­heb­lich, ob der Arbeit­ge­ber zur Erfül­lung die­ses Anspruchs selbst tätig wer­de, oder dem Arbeit­neh­mer gestat­te, auf sei­ne Kos­ten die Sachen bei einem Drit­ten zu erwer­ben. Des­halb lägen Sach­be­zü­ge auch dann vor, wenn der Arbeit­ge­ber sei­ne Zah­lung an den Arbeit­neh­mer mit der Auf­la­ge ver­bin­de, den emp­fan­ge­nen Geld­be­trag nur in einer bestimm­ten Wei­se zu ver­wen­den. Sei­ne bis­her anders lau­ten­de Recht­spre­chung (Urteil vom 27. Okto­ber 2004 VI R 5103) hat der BFH aus­drück­lich auf­ge­ge­ben.

Pas­sau emp­fahl, dies beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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