(Kiel) Ein Unter­neh­men, das Abfall­trans­por­te durch­führt und aus dem Abfall schwer­punkt­mä­ßig Ersatz­brenn­stof­fe her­stellt, die zum Ver­hei­zen in Kraft­wer­ken bestimmt sind, kann kei­ne Strom­steu­er­ver­güns­ti­gung in Anspruch neh­men.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 3.07.2013 zu sei­nem Urteil vom 16. April 2013 (Az. VII R 2511).

Unter­neh­men des pro­du­zie­ren­den Gewer­bes dür­fen dem Ver­sor­gungs­netz für ihre eige­nen betrieb­li­chen Zwe­cke Strom zu einem ermä­ßig­ten Strom­steu­er­satz ent­neh­men. Vor­aus­set­zung ist, dass sie sich nach dem Schwer­punkt ihrer Tätig­keit in einen bestimm­ten Abschnitt der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge ein­ord­nen las­sen. Das Strom­steu­er­ge­setz ver­weist hier­zu auf eine vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­ne Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge. Im Streit­fall begehr­te die Klä­ge­rin ihre Ein­ord­nung als Recy­cling-Betrieb in den strom­steu­er­recht­lich begüns­tig­ten Abschnitt D, der Unter­neh­men des Pro­du­zie­ren­den Gewer­bes erfasst. Das zustän­di­ge Haupt­zoll­amt und das Finanz­ge­richt hat­ten dies abge­lehnt und den Betrieb der strom­steu­er­recht­lich nicht begüns­tig­ten Abfall­be­sei­ti­gung zuge­rech­net. Der BFH hat die­se Ein­ord­nung bestä­tigt.

Die Her­stel­lung von Ersatz­brenn­stof­fen aus Kunst­stoff­ab­fäl­len und Alt­holz kann nicht dem pro­du­zie­ren­den Gewer­be zuge­rech­net wer­den, weil die Abfall­auf­be­rei­tung nicht zum Zweck der Wie­der­ver­wen­dung der auf­be­rei­te­ten Stof­fe in einem indus­tri­el­len Her­stel­lungs­pro­zess erfolgt. Viel­mehr wer­den die aus dem Müll gewon­ne­nen Ersatz­brenn­stof­fe und das Alt­holz nach der Bear­bei­tung bestim­mungs­ge­mäß ver­brannt und damit als Abfall ver­nich­tet. Neue Pro­duk­te, die sich zu einer ande­ren Ver­wen­dung als der Erzeu­gung von Wär­me eig­nen, wer­den nicht her­ge­stellt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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