(Kiel) Nach einem soeben ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) ist ein tabak­steu­er­frei­er Eigen­be­darf auch gege­ben, wenn eine Pri­vat­per­son in einem ande­ren Mit­glied­staat Ziga­ret­ten erwirbt, in das Steuerge­biet ver­bringt und an Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge ver­schenkt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 30.11.2011 zu sei­nem Beschluss vom 8. Sep­tem­ber 2011 — VII R 5910.

Von der deut­schen Tabak­steu­er befreit sind in einem ande­ren Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on ver­steu­er­te Ziga­ret­ten, die Pri­vat­per­so­nen in die­sem Mit­glied­staat für ihren Eigen­be­darf erwer­ben und selbst in das Steuerge­biet ver­brin­gen. Die­se Rege­lung ist eine Errun­gen­schaft des Bin­nen­mark­tes, der am 1. Janu­ar 1993 mit dem Weg­fall der Grenz­kon­trol­len ver­wirk­licht wor­den ist. Wer als Pri­vat­per­son ver­brauch­steu­er­pflich­ti­ge Waren, wie z.B. Ziga­ret­ten, Spi­ri­tuo­sen oder Schaum­wei­ne, in einem ande­ren Mit­glied­staat ein­kauft, kann die­se Waren steu­er­frei in Deutsch­land ver­brau­chen. Nach den uni­ons­recht­li­chen Vor­ga­ben der Ver­brauch­steu­er­sys­tem­richt­li­nie setzt die Steu­er­frei­heit im Bestim­mungs­land ledig­lich vor­aus, dass die Waren für den Eigen­be­darf erwor­ben und selbst beför­dert wer­den.

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Streit­fall waren die Groß­el­tern und der Vater der Klä­ge­rin sowie die Klä­ge­rin selbst nach Polen gefah­ren, wo jedes Fami­li­en­mit­glied eine Stan­ge Ziga­ret­ten ein­kauf­te. Nach ihrer Rück­kehr nach Deutsch­land schenk­ten die Groß­el­tern und der Vater ihre Ziga­ret­ten der Klä­ge­rin. Auf der Heim­rei­se geriet die­se in eine mobi­le Zoll­kon­trol­le. Mit der Begrün­dung, die Ziga­ret­ten sei­en in Polen nicht für den Eigen­be­darf erwor­ben wor­den und folg­lich in Deutsch­land zu ver­steu­ern, stell­te der Zoll einen Groß­teil der Ziga­ret­ten sicher.

Der BFH hat sich der Ver­wal­tungs­auf­fas­sung jedoch nicht ange­schlos­sen, so Pas­sau.

Er urteil­te, dass auch der­je­ni­ge sei­nen Eigen­be­darf deckt, der aus eige­nem Ent­schluss Geschen­ke für nahe Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge ein­kauft. Das Steu­er­pri­vi­leg steht dem­nach nicht nur Rau­chern zu, die sich für den eige­nen Bedarf in ande­ren Mit­glied­staa­ten mit bil­li­gen Ziga­ret­ten ein­de­cken. In den Genuss der steu­er­li­chen Vor­tei­le des Bin­nen­markts kom­men auch beschenk­te Ange­hö­ri­ge. Auch wenn die ver­brauch­steu­er­pflich­ti­gen Waren für Fami­li­en­mit­glie­der bestimmt sind, ändert die­ser Umstand nichts am per­sön­li­chen Cha­rak­ter des Erwerbs. Wird der Trans­port nicht selbst durch­ge­führt, son­dern ein Trans­port­un­ter­neh­men mit der Beför­de­rung beauf­tragt, ent­fällt aller­dings die Steu­er­frei­heit. Denn in die­sen Fäl­len fehlt es an der Vor­aus­set­zung des Selbst­ver­brin­gens.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

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Jörg Pas­sau
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