(Kiel) Ver­äu­ßert ein Steu­er­be­ra­ter ein Bera­tungs­bü­ro (bestehend aus dem zu die­sem Büro gehö­ren­den Man­dan­ten­stamm, der sach­li­chen und per­so­nel­len Aus­stat­tung), kann eine steu­er­be­güns­tig­te Teil­be­triebs­ver­äu­ße­rung vor­lie­gen, auch wenn der Steu­er­be­ra­ter sei­ne Tätig­keit in einem ande­ren Büro fort­setzt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 12.09.2012 zu sei­nem Urteil vom 26. Juni 2012 — VIII R 2209.

Geklagt hat­te ein Steu­er­be­ra­ter, der zeit­wei­lig an drei ver­schie­de­nen Orten Bera­tungs­bü­ros betrieb. Zwei Büros lagen nur 22 km von­ein­an­der ent­fernt. Die­se bei­den Büros hat­te der Steu­er­be­ra­ter von ver­schie­de­nen Steu­er­be­ra­tern erwor­ben und nach sei­nem Vor­trag im Wesent­li­chen unver­än­dert fort­ge­führt. Das drit­te und wei­ter ent­fernt lie­gen­de Büro hat­te er selbst gegrün­det. Von den bei­den näher bei­ein­an­der lie­gen­den Büros hat­te der Steu­er­be­ra­ter eines ver­äu­ßert und dar­aus einen Gewinn erzielt, für des­sen Besteue­rung er die Tarifer­mä­ßi­gung bean­spruch­te. Finanz­amt und Finanz­ge­richt hat­ten die Vor­aus­set­zun­gen hier­für unter Bezug­nah­me auf die Recht­spre­chung des BFH ver­neint.

Der BFH hat­te in der Ver­gan­gen­heit geur­teilt, bei einem Frei­be­ruf­ler kom­me eine steu­er­be­güns­tig­te Teil­be­triebs­ver­äu­ße­rung nur in zwei Fall­grup­pen in Betracht. Ent­we­der müs­se eine von zwei ver­schie­den­ar­ti­gen Tätig­kei­ten voll­stän­dig auf­ge­ge­ben wer­den oder es müs­se — bei gleich­ar­ti­gen Tätig­kei­ten — die Tätig­keit in einem von meh­re­ren räum­lich abge­grenz­ten Wir­kungs­krei­sen zumin­dest vor­über­ge­hend voll­stän­dig ein­ge­stellt wer­den. Im Streit­fall über­schnit­ten sich die räum­li­chen Wir­kungs­krei­se der bei­den nah bei­ein­an­der lie­gen­den Steu­er­be­ra­tungs­bü­ros. Hier­von aus­ge­hend, hat der BFH nun die erfor­der­li­che Selb­stän­dig­keit des ver­äu­ßer­ten Ver­mö­gens­teils (Teil­be­triebs) über die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung hin­aus auch dann für mög­lich gehal­ten, so Pas­sau, wenn der ver­äu­ßer­te Teil­be­trieb in sei­nem ursprüng­lich beim Erwerb vor­han­de­nen Zuschnitt bis zu sei­ner Ver­äu­ße­rung im Wesent­li­chen unver­än­dert fort­ge­führt wor­den ist. Die feh­len­de voll­stän­di­ge räum­li­che Tren­nung zwi­schen den bei­den Teil­be­trie­ben ist dann unbe­acht­lich. Das Finanz­ge­richt muss nun noch prü­fen, ob die­se Vor­aus­set­zun­gen im Streit­fall vor­lie­gen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

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Jörg Pas­sau
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