(Kiel) Mit Urteil vom 11. Febru­ar 2014 (VIII R 2512) hat der VIII. Senat des Bun­des­fi­nanz­ho­fes (BFH) sei­ne Recht­spre­chung zur Besteue­rung von Ein­künf­ten aus der Betei­li­gung an einem sog. Schnee­ball­sys­tem bestä­tigt.

Danach hat der Anle­ger nicht nur die vom Betrei­ber des Sys­tems als Zin­sen geleis­te­ten Zah­lun­gen als Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen zu ver­steu­ern, viel­mehr kön­nen auch Zins­gut­schrif­ten oder die Wie­der­an­la­ge fäl­li­ger Zins­be­trä­ge zu sol­chen Ein­künf­ten füh­ren.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 30.04.2014 zu dem Urteil.

Der Streit­fall betraf einen Anle­ger, der hoch­ver­zins­li­che Kapi­tal­an­la­gen bei dem Betrei­ber eines Schnee­ball­sys­tems abge­schlos­sen hat­te. Er erhielt dar­aus Gut­schrif­ten über Zins­er­trä­ge, die er sich teil­wei­se aus­zah­len ließ und teil­wei­se wie­der anleg­te. Das Anla­ge­ka­pi­tal war zu die­sem Zeit­punkt schon nicht mehr vor­han­den, sodass der Betrei­ber des Schnee­ball­sys­tems den Klä­ger und die übri­gen Anle­ger tele­fo­nisch jeweils auf­for­der­te, den fäl­li­gen Zins­be­trag erneut anzu­le­gen. Kamen die Anle­ger die­ser Auf­for­de­rung nicht nach, erfüll­te er die Aus­zah­lungs­wün­sche.

Der BFH hat ent­schie­den, dass der Anle­ger steu­er­ba­re Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen nicht nur erzielt, wenn Zin­sen tat­säch­lich aus­ge­zahlt wer­den, son­dern bereits dann, wenn Erträ­ge gut­ge­schrie­ben wer­den und sofort wie­der ange­legt wer­den. Vor­aus­set­zung ist aller­dings, dass der Betrei­ber des Schnee­ball­sys­tems leis­tungs­be­reit und leis­tungs­fä­hig ist. Dies ist der Fall, solan­ge er Aus­zah­lungs­ver­lan­gen des jewei­li­gen Anle­gers tat­säch­lich erfüllt. Dann steht der Steu­er­pflicht der Kapi­tal­erträ­ge nicht ent­ge­gen, dass der Betrei­ber des Schnee­ball­sys­tems die Aus­zah­lungs­wün­sche sämt­li­cher Anle­ger nicht mehr befrie­di­gen könn­te, da bereits ein Ver­lust der Anla­ge­sum­me ein­ge­tre­ten ist. Der VIII. Senat hat damit sein Urteil vom 16. März 2010 — VIII R 407 — bestä­tigt.

Pas­sau emp­fahl, das zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de