Steu­er­be­ra­ter sind in sog. Sta­tus­ver­fah­ren gegen die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund nicht ver­tre­tungs­be­rech­tigt. Das hat jetzt die 6. Kam­mer des Sozi­al­ge­richts Aachen unter Vor­sitz von Rich­ter am Sozi­al­ge­richt Dr. Jan Oli­ver Mer­ten ent­schie­den.

Geklagt hat­te eine Steu­er­be­ra­te­rin aus der Städ…

(duv) …tere­gi­on Aachen, die einen GmbH-Gesell­schaf­ter in einem Ver­fah­ren zur Fest­stel­lung sei­nes sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus ver­tre­ten hat­te und von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund als nicht ver­tre­tungs­be­rech­tigt zurück­ge­wie­sen wor­den war. Die Klä­ge­rin hat­te sich zur Begrün­dung ihrer Kla­ge auf das Rechts­dienst­leis­tungs­ge­setz gestützt, wel­ches zum 01.07.2008 das alte Rechts­be­ra­tungs­ge­setz abge­löst hat.

Selbst unter Gel­tung des neu­en Rechts aber, so die Aache­ner Rich­ter in ihrer Urteils­be­grün­dung, sei die Zurück­wei­sung zu Recht erfolgt. Das Rechts­dienst­leis­tungs-gesetz las­se eine Ver­tre­tung durch Steu­er­be­ra­ter nur in Ver­fah­ren gegen die Kran­ken­kas­sen oder bei Betriebs­prü­fun­gen durch die Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger zu. Hier­in lie­ge kei­ne unzu­läs­si­ge Ver­kür­zung von Belan­gen der Steu­er­be­ra­ter. Ins­be­son­de­re sei ihr Grund­recht auf Berufs­frei­heit (Art. 12 Grund­ge­setz) nicht ver­letzt. In jenen Ver­fah­ren näm­lich stün­den im Gegen­satz zu Sta­tus­ver­fah­ren gegen die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund regel­mä­ßig bei­trags­recht­li­che Fra­gen im Vor­der­grund. Da sich das Bei­trags­recht der Sozi­al­ver­si­che­rung aber an das Steu­er­recht anleh­ne, ver­füg­ten Steu­er­be­ra­ter in die­sem Bereich über eine beson­de­re Sach­kun­de. Die­se recht­fer­ti­ge es, sie in Ver­fah­ren gegen die Kran­ken­kas­sen oder bei Betriebs­prü­fun­gen zuzu­las­sen, in Sta­tus­ver­fah­ren gegen die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund dage­gen von der Ver­tre­tung aus­zu­neh­men.

Gegen das Urteil die Beru­fung zum Lan­de­so­zi­al­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Essen mög­lich.

(Sozi­al­ge­richt Aachen, Urteil vom 27.11.2009, S 6 R 21708)

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