(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass an eine nicht aner­kann­te inlän­di­sche Ergän­zungs­schu­le geleis­te­tes Schul­geld bis zum Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2007 nicht als Son­der­aus­ga­be abge­zo­gen wer­den kann.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 3.01.2012 zu sei­nem Urteil vom 19. Okto­ber 2011 — X R 4809.

Im Streit­fall ging es um Schul­geld, das Eltern im Jahr 2004 für den Pri­vat­schul­be­such ihres Soh­nes gezahlt hat­ten. Die Pri­vat­schu­le war nach den lan­des­recht­li­chen Rege­lun­gen eine ledig­lich ange­zeig­te, jedoch kei­ne aner­kann­te Ergän­zungs­schu­le. Nach der bis 2007 gel­ten­den Rechts­la­ge waren die­se Schul­geld­zah­lun­gen nicht abzieh­bar.

Der Son­der­aus­ga­ben­ab­zug für Schul­geld ist im Jahr 2008 neu gere­gelt wor­den, weil der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) in dem feh­len­den Son­der­aus­ga­ben­ab­zug für die in ande­ren EU-Mit­glied­staa­ten bele­ge­nen Pri­vat­schu­len einen Ver­stoß gegen die Euro­päi­schen Grund­frei­hei­ten sah. Auf­grund der Neu­re­ge­lung des § 10 Abs. 1 Nr. 9 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes durch das Jah­res­steu­er­ge­setz 2009 kön­nen ab 2008 30 % des Schul­gelds, höchs­tens 5.000 €, als Son­der­aus­ga­be abge­zo­gen wer­den, sofern die in der EU oder im EWR bele­ge­ne Schu­le zu einem von der zustän­di­gen inlän­di­schen Behör­de aner­kann­ten oder einem inlän­di­schen Abschluss an einer öffent­li­chen Schu­le als gleich­wer­tig aner­kann­ten all­ge­mein bil­den­den oder berufs­bil­den­den Schul-, Jahr­gangs- oder Berufs­ab­schluss führt. Auf den lan­des­recht­li­chen Sta­tus einer Pri­vat­schu­le kommt es somit nicht mehr an. Die­se neu­en Grund­sät­ze gel­ten auf­grund einer Über­gangs­re­ge­lung für die EU/E­WR-Pri­vat­schu­len in allen noch offe­nen Fäl­len, für die inlän­di­schen Pri­vat­schu­len erst ab 2008.

Die Klä­ger waren der Auf­fas­sung, die Über­gangs­re­ge­lung gel­te auch für den Besuch von inlän­di­schen Pri­vat­schu­len. Ihnen ste­he damit der Son­der­aus­ga­ben­ab­zug zu, da sie ansons­ten benach­tei­ligt wür­den. Der BFH hat jedoch in der — nur vor­über­ge­hen­den — Schlech­ter­stel­lung der inlän­di­schen Pri­vat­schu­len kei­nen Ver­stoß gegen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz gese­hen, so Pas­sau, da der Gesetz­ge­ber berech­tigt gewe­sen sei, aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den eine Über­gangs­re­ge­lung zu schaf­fen, die eine Ein­ord­nung von aus­län­di­schen Schu­len nach den schul­recht­li­chen Begrif­fen der Län­der ent­behr­lich gemacht habe.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung: 

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de