(Kiel) Die ver­lust­brin­gen­de Ver­äu­ße­rung eines im Pri­vat­ver­mö­gen gehal­te­nen Kapi­tal­ge­sell­schafts­an­teils an einen Mit­ge­sell­schaf­ter ist nicht des­halb rechts­miss­bräuch­lich, weil der Ver­äu­ße­rer in engem zeit­li­chen Zusam­men­hang von einem ande­ren Mit­ge­sell­schaf­ter des­sen in glei­cher Höhe bestehen­den Gesell­schafts­an­teil an der­sel­ben Gesell­schaft erwirbt.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) in einem am 02.03.2011 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 7. Dezem­ber 2010 (Az.: IX R 4009) im Fall einer im Jahr 2000 gegrün­de­ten GmbH ent­schie­den, die fast aus­schließ­lich mit Akti­en am neu­en Markt han­del­te und deren Ver­mö­gen sich auf­grund der nega­ti­ven Bör­sen­ent­wick­lung dras­tisch min­der­te.

Vor die­sem Hin­ter­grund ver­äu­ßer­ten die Gesell­schaf­ter der GmbH im Jahr 2001 ihre jewei­li­ge Betei­li­gung im Sin­ne des § 17 Abs. 1 Satz 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) mit Ver­lust reih­um an einen Mit­ge­sell­schaf­ter und erwar­ben zeit­gleich wie­der eine Betei­li­gung in glei­cher Höhe von einem jeweils ande­ren Gesell­schaf­ter. Die jeweils erklär­ten Ver­lus­te aus der Ver­äu­ße­rung erkann­ten weder Finanz­amt noch Finanz­ge­richt wegen Gestal­tungs­miss­brauchs gemäß § 42 der Abga­ben­ord­nung an.

Dem folg­te der BFH nicht, betont Pas­sau:

Nach § 17 EStG steht es dem Steu­er­pflich­ti­gen frei, ob, wann und an wen er sei­ne Antei­le an der GmbH ver­äu­ßert. Liegt kei­ne der gesetz­lich aus­drück­lich gere­gel­ten Ver­lust­ab­zugs­be­schrän­kun­gen vor, sind Ver­äu­ße­rungs­ver­lus­te ent­spre­chend dem Grund­satz der Besteue­rung nach der Leis­tungs­fä­hig­keit zu berück­sich­ti­gen. Es ist auch nicht rechts­miss­bräuch­lich, wenn der Gesell­schaf­ter im zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Ver­äu­ße­rung wie­der­um Antei­le an der­sel­ben GmbH in glei­chem Umfang von einem Mit­ge­sell­schaf­ter erwirbt. Die­se Vor­gän­ge heben sich näm­lich nicht auf. Viel­mehr ändert sich durch den erneu­ten Anteils­er­werb die steu­er­recht­li­che Aus­gangs­la­ge: Bei einer spä­te­ren Ver­äu­ße­rung die­ser Antei­le oder bei einer Liqui­da­ti­on der GmbH ist der Gewinn oder Ver­lust unter Berück­sich­ti­gung der nied­ri­ge­ren Anschaf­fungs­kos­ten zu ermit­teln.

Pas­sau emp­fahl, dies beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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