(Kiel)  Das beim Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) anhän­gi­ge Revi­si­ons­ver­fah­ren um einen Steu­er­erlass bei sanie­rungs­be­ding­tem For­de­rungs­ver­zicht nach der Strei­chung des § 3 Nr. 66 EStG a.F. ist ohne Sach­ent­schei­dung erle­digt wor­den.  

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 9.05.2012 zu sei­nem Beschluss vom 28.02.12 — VIII R 208.

Im Ver­fah­ren strit­ten die Betei­lig­ten um den Erlass der Steu­ern auf den Gewinn, der dem Steu­er­pflich­ti­gen aus dem sanie­rungs­be­ding­ten Ver­zicht sei­nes Gläu­bi­gers auf des­sen For­de­run­gen ent­stan­den war. Der Steu­er­pflich­ti­ge berief sich auf das Schrei­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen (BMF) vom 27. März 2003 IV A6-S 2140−8÷03 (Bun­des­steu­er­blatt — BSt­Bl — I 2003, 240). Das zustän­di­ge Finanz­amt lehn­te den bean­trag­ten Steu­er­erlass mit der Begrün­dung ab, die Vor­aus­set­zun­gen des BMF-Schrei­bens für einen sol­chen Erlass der Ein­kom­men­steu­er aus Bil­lig­keits­grün­den sei­en im Streit­fall nicht gege­ben.

Das dar­auf­hin ange­ru­fe­ne Finanz­ge­richt hat die Fra­ge dahin­ste­hen las­sen, ob die Finanz­ver­wal­tung einen Erlass nach Maß­ga­be des BMF-Schrei­bens zu Unrecht abge­lehnt habe. Denn für einen sol­chen Erlass feh­le es schon wegen der Abschaf­fung der Steu­er­be­frei­ung des Sanie­rungs­ge­winns in § 3 Nr. 66 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) a.F. durch den Gesetz­ge­ber an einer hin­rei­chen­den Rechts­grund­la­ge.

Zu der weit­hin mit Span­nung erwar­te­ten Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH), ob die Steu­er­bar­keit eines Sanie­rungs­ge­winns eine sach­lich unbil­li­ge Här­te i.S. der §§ 163, 227 der Abga­ben­ord­nung dar­stel­len kann, obwohl der Gesetz­ge­ber die Steu­er­be­frei­ung von Sanie­rungs­ge­win­nen (§ 3 Nr. 66 EStG a.F.) mit dem Gesetz zur Fort­set­zung der Unter­neh­mens­steu­er­re­form vom 29. Okto­ber 1997 (BGBl. I. S. 2590, BSt­Bl I S. 928) auf­ge­ho­ben hat, ist es nicht mehr gekom­men. Die Betei­lig­ten haben den Rechts­streit wegen der insol­venz­be­ding­ten Rest­schuld­be­frei­ung des Steu­er­pflich­ti­gen und des dadurch bewirk­ten Weg­falls der strit­ti­gen Steu­er­schuld in der Haupt­sa­che für erle­digt erklärt. Des­halb hat­te der BFH nur noch über die Kos­ten des Ver­fah­rens zu ent­schei­den, die er hälf­tig geteilt hat.

Die Streit­fra­ge bleibt damit wei­ter­hin offen (vgl. dazu BFH-Urteil vom 14. Juli 2010 X R 3408, BFHE 229, 502, BSt­Bl II 2010, 916).

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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