(Kiel) Der Steu­er­pflich­ti­ge hat ein Reha­bi­li­ta­ti­ons­in­ter­es­se, wenn die Steu­er­fahn­dung im steu­er­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­ren den Ein­druck erweckt, dass trotz der Ein­stel­lung des Straf­er­mitt­lungs­ver­fah­rens wei­ter wegen des Ver­dachts der Steu­er­hin­ter­zie­hung ermit­telt wer­de, hier­durch das Anse­hen des Steu­er­pflich­ti­gen erheb­lich gefähr­det wird und mit einem Aus­kunfts­er­su­chen durch die Ver­an­la­gungs­stel­le ein mil­de­res Mit­tel zur Ver­fü­gung gestan­den hät­te.

Dar­auf ver­weist Fach­an­walt für Erb-, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler aus der Nürn­ber­ger Kanz­lei Mein­hardt, Gie­se­ler & Part­ner, Prä­si­dent des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 6.02.2013 zu sei­nem Urteil vom 4. Dezem­ber 2012 — VIII R 510.

Der Klä­ger erziel­te unter ande­rem Ein­künf­te aus selb­stän­di­ger Arbeit für eine lei­ten­de Tätig­keit in einem Ver­ein. Im Ver­lauf eines gegen ihn ein­ge­lei­te­ten steu­er­straf­recht­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­rens durch­such­te die Steu­er­fahn­dung auch die Räu­me des Ver­eins. Nach der Ein­stel­lung des Straf­ver­fah­rens wegen des Ver­dachts der Steu­er­hin­ter­zie­hung for­der­te das Finanz­amt unter dem Brief­kopf der Dienst­stel­le für Steu­er­straf­sa­chen und Steu­er­fahn­dung den Ver­ein auf, in dem steu­er­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­ren Aus­kunft dar­über zu geben, wel­che Kon­ten der Ver­ein für den Klä­ger geführt habe.

Der BFH ent­schied, dass das Aus­kunfts­er­su­chen unver­hält­nis­mä­ßig und des­halb rechts­wid­rig war, weil es von der Steu­er­fahn­dung und nicht von der Ver­an­la­gungs­stel­le stamm­te, so Dr. Gie­se­ler.

Zwar habe ein Aus­kunfts­er­su­chen der Finanz­be­hör­de grund­sätz­lich kei­ne dis­kri­mi­nie­ren­de Wir­kung. Dies gel­te jedoch nicht, wenn sich dar­aus — trotz der voll­stän­di­gen Ein­stel­lung des Straf­er­mitt­lungs­ver­fah­rens — der Vor­wurf der Steu­er­hin­ter­zie­hung her­lei­ten las­se. Dies sei hier der Fall, da dem Ver­ein auf­grund der Durch­su­chung bekannt gewe­sen sei, dass die Steu­er­fahn­dung gegen den Klä­ger wegen des Ver­dachts der Steu­er­hin­ter­zie­hung ermit­telt habe. Dass sich das Finanz­amt im Betreff sei­nes Aus­kunfts­er­su­chens auf ein „steu­er­li­ches Ermitt­lungs­ver­fah­ren” bezo­gen habe, recht­fer­ti­ge kei­ne ande­re Beur­tei­lung, da die Unter­schei­dung der dop­pel­funk­tio­na­len Auf­ga­ben­be­rei­che der Steu­er­fahn­dung, Steu­er­straf­ta­ten zu erfor­schen und die Besteue­rungs­grund­la­gen zu ermit­teln, dem Rechts­un­kun­di­gen nicht geläu­fig sei. Das Anse­hen des Klä­gers in sei­ner lei­ten­den Tätig­keit für den Ver­ein sei durch das Aus­kunfts­er­su­chen der Steu­er­fahn­dung erheb­lich gefähr­det wor­den, weil der Ver­dacht der Steu­er­hin­ter­zie­hung bei Drit­ten Zwei­fel an der per­sön­li­chen Inte­gri­tät des Ver­däch­ti­gen begrün­den könn­ten.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl. dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wozu er u. a.  auch auf den DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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