(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen des am Fami­li­en­wohn­sitz leben­den Ehe­gat­ten für Besuchs­rei­sen zur Woh­nung des ande­ren­orts berufs­tä­ti­gen Ehe­gat­ten zumin­dest dann nicht als Wer­bungs­kos­ten bei der Ein­kom­men­steu­er abzieh­bar sind, wenn die Besuchs­rei­sen pri­vat ver­an­lasst waren.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die am 23.03.2011 ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 2. Febru­ar 2011 — VI R 1510.

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Fall, leb­ten die Ehe­gat­ten (Klä­ger) gemein­sam in der Stadt X. Die Klä­ge­rin war in der Stadt Y als Ange­stell­te tätig und führ­te dort einen wei­te­ren Haus­halt. An den Wochen­en­den reis­te die Klä­ge­rin in der Regel nach X. Jedoch besuch­te der Klä­ger die Klä­ge­rin auch mehr­fach in Y, und zwar nicht etwa wegen einer beruf­li­chen Ver­hin­de­rung der Klä­ge­rin, son­dern auf­grund pri­va­ter Ent­schei­dun­gen der Ehe­gat­ten. Das Finanz­amt erkann­te die Mehr­auf­wen­dun­gen für die dop­pel­te Haus­halts­füh­rung im Wesent­li­chen an. Aller­dings ließ es die Rei­se­kos­ten des Klä­gers für Besu­che in Y nicht zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug zu.

Der BFH ent­schied -wie zuvor schon das Finanz­ge­richt (FG)-, dass die Rei­se­kos­ten des Klä­gers für Besu­che in Y kei­ne Wer­bungs­kos­ten sei­en, so Pas­sau.

Weder han­de­le es sich um eine Fami­li­en­heim­fahrt im Sin­ne des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG), noch sei­en es sons­ti­ge Wer­bungs­kos­ten nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG. Denn das FG habe inso­weit bin­dend fest­ge­stellt, dass den Besuchs­rei­sen des Klä­gers pri­va­te Moti­ve zu Grun­de lagen und daher die Rei­sen nicht beruf­lich ver­an­lasst gewe­sen sei­en. Auch Art. 6 des Grund­ge­set­zes erfor­de­re nach Auf­fas­sung des BFH kein ande­res Ergeb­nis. Die Rege­lun­gen des EStG zu Fami­li­en­heim­fahr­ten sei­en ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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