(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass die Zuzah­lun­gen in der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung nach § 28 Abs. 4 des Sozi­al­ge­setz­buchs Fünf­tes Buch, die sog. „Pra­xis­ge­büh­ren”, nicht als Son­der­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 22.08.2012 zu sei­nem Urteil vom 18. Juli 2012 — X R 4111.

Gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) kön­nen Steu­er­pflich­ti­ge “Bei­trä­ge zu Kran­ken­ver­si­che­run­gen” als Son­der­aus­ga­ben abzie­hen. Dar­un­ter fal­len jedoch nur sol­che Aus­ga­ben, die zumin­dest im Zusam­men­hang mit der Erlan­gung des Ver­si­che­rungs­schut­zes ste­hen, also letzt­lich der Vor­sor­ge die­nen.

Bei der „Pra­xis­ge­bühr” ist dies nicht der Fall, da der Ver­si­che­rungs­schutz in der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung unab­hän­gig von der Zah­lung der „Pra­xis­ge­bühr” gewährt wird. Sie stellt viel­mehr eine Form der Selbst­be­tei­li­gung der Ver­si­cher­ten an ihren Krank­heits­kos­ten dar.

Ob „Pra­xis­ge­büh­ren” als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung nach § 33 Abs. 1 EStG in Form von Krank­heits­kos­ten gel­tend gemacht wer­den kön­nen, konn­te der BFH offen­las­sen. Im Streit­fall wur­de die dem Klä­ger zumut­ba­re Belas­tung (§ 33 Abs. 3 EStG) nicht erreicht. Die Zah­lun­gen hät­ten sich schon aus die­sem Grund bei ihm steu­er­lich nicht aus­wir­ken kön­nen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
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