(Kiel) Der VIII. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat­te dar­über zu ent­schei­den, ob die Berufs­tä­tig­keit eines Poli­tik­be­ra­ters als frei­be­ruf­lich oder als gewerb­lich ein­zu­stu­fen ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 12.11.2014 zu sei­nem Urteil vom 14.05.2014 — VIII R 1811.

Das Berufs­bild eines Poli­tik­be­ra­ters ist gesetz­lich nicht nor­miert. In der Pra­xis kann die unter die­ser Berufs­be­zeich­nung aus­ge­üb­te Tätig­keit unter­schied­li­cher Art sein und von der als Lob­by­is­mus bezeich­ne­ten Inter­es­sen­ver­tre­tung von Fir­men und Ver­bän­den im par­la­men­ta­ri­schen Umfeld über gut­acht­li­che Tätig­keit für Par­tei­en, Poli­ti­ker und ande­re poli­ti­sche Akteu­re bis hin zu per­sön­li­cher Zuar­beit rei­chen. Im Streit­fall bezeich­ne­te sich der Klä­ger, der ein Magis­ter­stu­di­um in den Fächern Poli­tik­wis­sen­schaft, Rechts­wis­sen­schaft und neue­re Geschich­te abge­schlos­sen hat­te, als “Poli­tik­be­ra­ter für Gesetz­ge­bung”. Er umschrieb sei­ne kon­kre­te Tätig­keit auch als “beglei­ten­der Bericht­erstat­ter zum Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren” und als eine Art “wis­sen­schaft­li­cher Par­la­ments­kor­re­spon­dent”. Sei­ne Geschäfts­part­ner waren ein Ver­band, Wirt­schafts­un­ter­neh­men und eini­ge Anwalts­kanz­lei­en. Sei­ne Tätig­keit bestand vor allem dar­in, sei­ne Auf­trag­ge­ber schrift­lich über die Hin­ter­grün­de und den aktu­el­len Stand lau­fen­der Gesetz- und Ver­ord­nungs­ge­bungs­ver­fah­ren in einem the­ma­tisch begrenz­ten Bereich (u.a. Umwelt­schutz­recht) zu infor­mie­ren.

Der BFH konn­te sich der Auf­fas­sung des Klä­gers nicht anschlie­ßen, dass die­se Berufs­tä­tig­keit frei­be­ruf­lich sei. Nach den vom BFH zu Grun­de geleg­ten Maß­stä­ben der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung war sie weder als wis­sen­schaft­lich noch als schrift­stel­le­risch zu qua­li­fi­zie­ren noch ent­sprach sie dem Berufs­bild eines Jour­na­lis­ten und war die­sem auch nicht ähn­lich, weil sich sei­ne Aus­ar­bei­tun­gen nicht an die Öffent­lich­keit rich­te­ten.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
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