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Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt hält Soli­da­ri­täts­zu­schlag für ver­fas­sungs­wid­rig

 

(Kiel) Der 7. Senat des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts hat am 21. August 2013 in dem Kla­ge­ver­fah­ren 7 K 14308 ent­schie­den, dass das Ver­fah­ren nach Art. 100 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes (GG) aus­ge­setzt und eine Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts (BVerfG) dar­über ein­ge­holt wird, ob die Rege­lun­gen im Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­setz (SolZG) ver­fas­sungs­wid­rig sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts (FG) vom 22.08.2013.

Auf­grund der ver­schie­de­nen Anrech­nungs­vor­schrif­ten bei der Fest­set­zung der Ein­kom­men­steu­er — z.B. bei aus­län­di­schen Ein­künf­ten (§ 34c EStG) bzw. bei der Gewer­be­steu­er (§ 35 EStG) — wird Soli­da­ri­täts­zu­schlag in unter­schied­li­cher Höhe bei gleich­ge­la­ger­ten Sach­ver­hal­ten fest­ge­setzt. Hier­für liegt nach Auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts ein sach­li­cher Recht­fer­ti­gungs­grund nicht vor. Damit ver­stößt die Rege­lung gegen das Gleich­be­hand­lungs­ge­bot aus Art. 3 Abs. 1 GG.

Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat­te in die­sem Ver­fah­ren bereits mit Beschluss vom 25.11.2009 dem BVerfG die Fra­ge vor­ge­legt, ob das SolZG gegen die Finanz­ver­fas­sung und gegen das all­ge­mei­ne Frei­heits­recht des Steu­er­pflich­ti­gen ver­stößt. Das BVerfG hat­te die­se Vor­la­ge aller­dings für unzu­läs­sig erklärt und des­halb kei­ne mate­ri­ell-recht­li­che Prü­fung vor­ge­nom­men (BVerfG, Beschluss vom 08.09.2010 — Az.: 2 BvL 310). Der Vor­la­ge­be­schluss des 7. Senats vom heu­ti­gen Tage stützt sich nun­mehr auf die oben dar­ge­stell­ten neu­en recht­li­chen Erwä­gun­gen.

Pas­sau emp­fahl, den Aus­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
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Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt hält Soli­da­ri­täts­zu­schlag für ver­fas­sungs­wid­rig

 

(Kiel) Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hält die andau­ern­de Erhe­bung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags für ver­fas­sungs­wid­rig und hat am 25.11.2009 ein ent­spre­chen­des Kla­ge­ver­fah­ren dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) vor­ge­legt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts (FG) vom 25.11.2009 zum Ver­fah­ren: 7 K 14308.

Seit 1991 (mit Unter­bre­chung) bzw. 1995 (durch­gän­gig) wird der Soli­da­ri­täts­zu­schlag im Wege einer Ergän­zungs­ab­ga­be i.H.v. 5,5 % auf die Ein­kom­men­steu­er und Kör­per­schaft­steu­er erho­ben. Das jähr­li­che Auf­kom­men aus dem Soli­da­ri­täts­zu­schlag beträgt der­zeit rund 12 Mrd. EUR.

Der 7. Senat des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts hält die andau­ern­de Erhe­bung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags für ver­fas­sungs­wid­rig und legt das Kla­ge­ver­fah­ren dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) vor.

Das Gericht ist davon über­zeugt, dass die Ergän­zungs­ab­ga­be nach dem Soli­da­ri­täts­zu­schlags­ge­setz spä­tes­tens ab dem Jahr 2007 ihre ver­fas­sungs­recht­li­che Berech­ti­gung ver­lo­ren hat. Eine Ergän­zungs­ab­ga­be dient nach den Vor­stel­lun­gen des Gesetz­ge­bers nur der Deckung vor­über­ge­hen­der Bedarfs­spit­zen. Mit dem Soli­da­ri­täts­zu­schlag sol­len die Kos­ten der deut­schen Ein­heit finan­ziert wer­den. Hier­für besteht nach Auf­fas­sung des Gerichts kein vor­über­ge­hen­der, son­dern ein lang­fris­ti­ger Bedarf. Die­ser darf nicht durch die Erhe­bung einer Ergän­zungs­ab­ga­be gedeckt wer­den.

Das Gericht hat das Ver­fah­ren nach Art. 100 Abs. 1 GG aus­ge­setzt und dem BVerfG zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Über­prü­fung vor­ge­legt.

Pas­sau emp­fahl, den Aus­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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