(Nürn­berg) Soeben hat sich der Koali­ti­ons­aus­schuss auf eine Reform des Erb­schaft­steu­er- und Bewer­tungs­rechts geei­nigt. Wäh­rend die­se im „pri­va­ten Bereich“ ins­be­son­de­re eine steu­er­li­che Ent­las­tung der sogen. „Kern­fa­mi­lie“ vor­sieht, müs­sen sich die Erben von Betriebs­ver­mö­gen aller­dings nun auf unsi­che­re Zei­ten gefasst machen.

Der gefun­de­ne Kom­pro­miss sehe bei der Ver­er­bung von Betriebs­ver­mö­gen vor, so der Nürn­ber­ger der Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Prä­si­dent des DUV — Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band mit Sitz in Kiel, dass es hier­bei in Zukunft zwei Optio­nen geben wer­de, die sich aller­dings nach­träg­lich nicht mehr revi­die­ren las­sen. Danach gel­te

•    Fir­men­er­ben, die den ererb­ten Betrieb im Kern sie­ben Jah­re fort­füh­ren, wer­den von der Besteue­rung von 85% des ererb­ten Betriebs­ver­mö­gens ver­schont, wenn die „Lohn­sum­me“ nach sie­ben Jah­ren nicht weni­ger als 650% der Lohn­sum­me zum Erb­zeit­punkt beträgt. Dane­ben darf der Anteil des Ver­wal­tungs­ver­mö­gens am betrieb­li­chen Gesamt­ver­mö­gen höchs­tens 50% betra­gen.

•    Fir­men­er­ben, die den ererb­ten Betrieb im Kern zehn Jah­re lang fort­füh­ren, wer­den kom­plett von der Erb­schaft­steu­er ver­schont, wenn die „Lohn­sum­me“ nach zehn Jah­ren nicht weni­ger als 1.000% der Lohn­sum­me zum Erb­zeit­punkt beträgt. Dane­ben darf der Anteil des Ver­wal­tungs­ver­mö­gens höchs­tens 10% betra­gen.

Was von der Poli­tik als eine „gerech­te­re und bes­se­re Erb­schaft­steu­er“ gefei­ert wird, so Gie­se­ler, löse unter Fach­leu­ten ange­sichts einer bevor­ste­hen­den Rezes­si­on aller­dings gro­ßes Kopf­schüt­teln aus.  Gera­de in wirt­schafts­schwa­chen Zei­ten sei die Auf­recht­erhal­tung der nahe­zu unver­än­der­ten Lohn­sum­men über sie­ben bzw. zehn Jah­re kaum pro­gnos­ti­zier­bar, sodass es den Unter­neh­men schon an der not­wen­di­gen Pla­nungs­si­cher­heit feh­le. Schon jetzt sei ange­sichts der bevor­ste­hen­den Wirt­schafts­flau­te abseh­bar, dass die vor­ge­se­he­nen Rege­lun­gen von der gro­ßen Mehr­zahl aller Fir­men­er­ben nicht erfüllt wer­den kön­ne, sodass mas­si­ve Nach­be­steue­run­gen dro­hen. Hin­zu kommt, so betont auch sein Kie­ler Vor­stands­kol­le­ge, Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, dass mit Inkraft­tre­ten der Neu­re­ge­lung auch die Bewer­tung des Ver­mö­gens dras­tisch geän­dert wer­den soll. So wur­den z. B. bei Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten in der Ver­gan­gen­heit als Bemes­sungs­grund­la­ge Steu­er­bi­lanz­wer­te zugrun­de gelegt, die in der Regel deut­lich nied­ri­ger waren als die tat­säch­li­chen Ver­kehrs­wer­te. Damit, so Pas­sau, soll jedoch nun „Schluss“ sein und statt­des­sen sogen. „gemei­ne Wer­te“ zum Ansatz kom­men, die nahe am tat­säch­li­chen Ver­kehrs- oder Markt­wert lie­gen. Hier­bei sei auch zu berück­sich­ti­gen, dass der Kom­pro­miss vor­se­he, dass nur 85% des Betriebs­ver­mö­gens ver­schont blei­ben, wäh­rend die Erb­schaft­steu­er auf die rest­li­chen 15% sofort fäl­lig wird. Gera­de bei ertrags­star­ken Unter­neh­men, so beto­nen bei­de Exper­ten, kön­ne die so ent­ste­hen­de Steu­er auf nur 15% des Betriebs­ver­mö­gens höher sein als die gesam­te Steu­er­last nach bis­he­ri­gem Recht, wobei die Unsi­cher­heit der Nach­ver­steue­rung für die rest­li­chen 85% noch hin­zu­kom­me. Tre­te der nun gefun­de­ne Kom­pro­miss tat­säch­lich so in Kraft, sagen die bei­den Erb­schaft­steu­er­ex­per­ten schon jetzt in Kür­ze den nächs­ten Gang vor das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­aus.

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