(Kiel) Leis­tun­gen der Alten­hil­fe im Bereich des „betreu­ten Woh­nens”, die von einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge gegen­über Senio­ren erbracht wer­den, sind von der Umsatz­steu­er befreit.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 31. August 2011 zu sei­nem Urteil vom 8. Juni 2011 — XI R 2209, ent­schied der BFH in einem Fall, in dem ein Ver­ein von dem Ver­mie­ter der Senio­ren­woh­nun­gen zur Erbrin­gung von sog. Basis­leis­tun­gen (z.B. Sozi­al- und Gesund­heits­be­treu­ung durch zeit­wei­se, werk­täg­li­che Prä­senz einer Fach­kraft , Orga­ni­sa­ti­on von Ver­an­stal­tun­gen, Ver­mitt­lung von Dienst­leis­tun­gen, Mahl­zei­ten) ein­ge­schal­tet wor­den war und an den die dafür vom Ver­mie­ter ver­ein­nahm­te Betreu­ungs­ent­gel­te wei­ter­ge­lei­tet wor­den waren.

Der BFH ließ in sei­nem Urteil offen, so Pas­sau, ob sich die Steu­er­frei­heit der Betreu­ungs­um­sät­ze aus dem natio­na­len Umsatz­steu­er­recht erge­be (§ 4 Nr. 18 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes). Jeden­falls kön­ne sich der Ver­ein unmit­tel­bar auf eine uni­ons­recht­li­che Rege­lung beru­fen (Art 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/388/EWG). Danach genü­ge es, wenn Leis­tun­gen erbracht wür­den, die eng mit der Für­sor­ge oder der sozia­len Sicher­heit ver­bun­den sei­en, und dass die­se Leis­tun­gen von Ein­rich­tun­gen des öffent­li­chen Rechts oder von Ein­rich­tun­gen erbracht wür­den, die vom Mit­glied­staat als sol­che mit im Wesent­li­chen sozia­len Cha­rak­ter aner­kannt wor­den sei­en.

Die vom kla­gen­den Ver­ein erbrach­ten — ein­heit­lich zu beur­tei­len­den — Leis­tun­gen sei­en eng mit der Für­sor­ge und der sozia­len Sicher­heit ver­bun­den, weil sie geprägt sei­en durch Ele­men­te, die unter die Alten­hil­fe fie­len und gegen­über hilfs­be­dürf­ti­gen Per­so­nen erbracht wür­den. Es sei unschäd­lich, dass der Ver­ein den Ver­trag nur mit dem Ver­mie­ter geschlos­sen habe, solan­ge die Betreu­ungs­leis­tun­gen tat­säch­lich gegen­über den hilfs­be­dürf­ti­gen Per­so­nen erbracht wor­den sei­en. Die erfor­der­li­che Aner­ken­nung des Ver­eins sah der BFH dadurch gewähr­leis­tet, dass Kos­ten für die Leis­tun­gen der Alten­hil­fe nach dem Bun­des­so­zi­al­hil­fe­ge­setz von Kran­ken­kas­sen oder ande­ren Ein­rich­tun­gen der sozia­len Sicher­heit über­nom­men wer­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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