(Kiel) Ein Kre­dit­in­sti­tut ist auch dann nur Zahl­stel­le und nicht zur Rück­zah­lung des vom Finanz­amt auf ein vom Steu­er­pflich­ti­gen ange­ge­be­nen Giro­kon­to über­wie­se­nen Betrags ver­pflich­tet, wenn es den Betrag auf ein bereits gekün­dig­tes, aber noch nicht abge­rech­ne­tes Giro­kon­to ver­bucht und nach Rech­nungs­ab­schluss an den frü­he­ren Kon­to­in­ha­ber bzw. des­sen Insol­venz­ver­wal­ter aus­ge­zahlt hat.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 27.01.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 10. Novem­ber 2009 VII R 609.

Die Klä­ge­rin, ein Kre­dit­in­sti­tut, führ­te für die X.-GmbH ein Giro­kon­to, das sie am 1. Okto­ber 2004 mit einer Frist von sechs Wochen kün­dig­te. Auf die­sem Kon­to wur­de am 16. Novem­ber 2004 der Betrag gut­ge­schrie­ben, den das Finanz­amt auf­grund eines Steu­er­än­de­rungs­be­scheids zu Guns­ten der X.-GmbH -unter Außer­acht­las­sung einer dies­be­züg­li­chen Abtre­tungs­er­klä­rung — über­wie­sen hat­te. Am 18. Novem­ber lös­te die Bank das Kon­to auf und hin­ter­leg­te das Gut­ha­ben auf einem inter­nen Ver­rech­nungs­kon­to. Nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens über das Ver­mö­gen der X.-GmbH kehr­te sie das Gut­ha­ben an den Insol­venz­ver­wal­ter aus. Das Finanz­amt erließ gegen die Bank hier­auf­hin einen Rück­for­de­rungs­be­scheid in Höhe des Über­wei­sungs­be­trags. Ein­spruch und Kla­ge blie­ben erfolg­los.

Der Bun­des­fi­nanz­hof, so Pas­sau, war nun jedoch ande­rer Auf­fas­sung und gab der Bank Recht.

Ein Kre­dit­in­sti­tut sei auch dann nur Zahl­stel­le und nicht zur Rück­zah­lung des vom Finanz­amt auf ein vom Steu­er­pflich­ti­gen ange­ge­be­nen Giro­kon­to über­wie­se­nen Betrags ver­pflich­tet, wenn es den Betrag auf ein bereits gekün­dig­tes, aber noch nicht abge­rech­ne­tes Giro­kon­to ver­bucht und nach Rech­nungs­ab­schluss an den frü­he­ren Kon­to­in­ha­ber bzw. des­sen Insol­venz­ver­wal­ter aus­ge­zahlt hat. Da sie nicht selbst die Emp­fän­ge­rin der Leis­tung des Finanz­am­tes sei, kön­ne die­ses von ihr auch kei­ne Rück­zah­lung des über­wie­se­nen Betrags ver­lan­gen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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